Mit einem umfassenden Geständnis wollte ein 66-jähriger Kaufmann aus dem Landkreis Coburg das Urteil möglichst abmildern, das am Freitag vom Landgericht Hof gesprochen wurde. Ihm wurde Steuerhinterziehung in zwei Fällen zur Last gelegt.
Wie vom Landgericht zu erfahren war, dauerte die Urteilsverkündung am Freitagmorgen mehr als eine Stunde. An ihrem Ende stand das Urteil: Für sechs Jahre und 10 Monate muss der 66-Jährige ins Gefängnis. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung könnte noch Rechtsmittel einlegen. Das ist nicht unwahrscheinlich, weil der Verteidiger des Beklagten auf ein Urteil von zwei Jahren und neun Monaten plädiert hatte. Die letztlich verhängte Strafe lag deutlich näher an der Forderung der Staatsanwaltschaft, welche Freiheitsentzug für sieben Jahre und neun Monate gefordert hatte.
Mehr als zwei Millionen Euro an Steuerzahlungen hat der Beschuldigte dem Finanzamt vorenthalten. Im Vorfeld der Gerichtsverhandlung sollte eine Überweisung von einem Schweizer Konto ebenfalls dazu beitragen, das Strafmaß zu mindern. Der Angeklagte beglich mit dieser letzten von mehreren Zahlungen die Steuerschuld vor dem deutschen Fiskus.
Falls er sich dadurch eine erheblich mehr verkürzte Haftstrafe versprochen hatte, dürfte das Urteil für ihn enttäuschend gewesen sein. Es bleibt nun abzuwarten, ob er mit seinem Verteidiger gegen die Entscheidung vorgeht.