Lichtenfels — "Ganz Deutschland ist im Fußballfieber - ganz Deutschland? Ja, auch die Menschen unserer Heimatstadt Lichtenfels fiebern diesem Ereignis entgegen ..." Mit diesen Worten beginnt die Presseinformation zu dem, was Lichtenfels bevorsteht: Fan-Meile und Public Viewing. Die Fußball-WM soll feierlaunig werden und die Stadt befürwortet das. Am Dienstag trafen sich Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD), City-Manager und Vertreter der Sponsoren, um die Eckpunkte zu erklären.

Ein Wahlkampfversprechen

6x3. So groß wird die Leinwand in Metern sein, die in der Innenstadt stehen wird. Damit geschieht die Umsetzung eines ihm wichtigen Wahlkampfthemas, sagte Andreas Hügerich. Diplomatisch zeigte sich das Stadtoberhaupt bei der Frage, weshalb eine Fan-Meile und Public-Viewing unter seine Ägide möglich seien, während der beiden Weltmeisterschaften zuvor aber nicht. "Das weiß ich nicht, da war ich noch nicht so drin ..."
10 000 Euro wird der Spaß kosten. Nicht den Lichtenfelser, sondern den Sponsoren des Ereignisses. Was an dem Spaß Kosten verursacht, sind Rundfunkgebühren, die Übertragungstechnik, die Abgaben an Gema und den Fußball-Weltverband Fifa. Es wird laut werden in der Innenstadt. Zwar bat Citymanager Werner Schiffgen darum, die Vuvuzelas von vor vier Jahren daheim zu lassen, aber für den dann immer noch respektablen Rest an Dezibel bis in die Nacht hinein warb Hügerich um Verständnis bei den Anwohnern.
Das Wetter muss sich nicht solidarisch mit dem Ereignis zeigen. "Der Technik passiert nichts", hieß es auf die Frage, ob bei schlechtem Wetter die Leinwand leer bleibt. "Es ist wie beim Schützenfest (bei schlechtem Wetter) - es muss immer offen haben", kommentierte Fritz Stahlmann. Als Festwirt für das Schützenfest ist er in die Planungen mit eingebunden und steht der Parallelveranstaltung in der Innenstadt offen gegenüber.
Alle Spiele mit deutscher Beteiligung werden auf dem Marktplatz übertragen, beginnend mit dem Turnierauftakt gegen Portugal (16. Juni, 18 Uhr). Das Endspiel selbst wird nicht auf dem Marktplatz zu sehen sein, sondern in der Stadthalle. Selbst dann, wenn das Löw-Team nicht ins Finale kommt. "Gute Stube Marktplatz", hieß es in der Pressekonferenz und darunter fällt auch das Ausrichten eines Rahmenprogramms, zugehörig zur WM. So findet am 16. Juni um 16 Uhr ein "Human-Kicker" statt - Menschen, die als lebende Kicker-Figuren an Stangen Fußball spielen. Ein Team beispielsweise soll aus Stadträten gebildet werden, in vier Spielen wird ein Turniersieger ermittelt. Zudem wird in jeder Halbzeit eines Spiels der DFB-Auswahl ein Trikot mit dem Bundesadler verlost. MH