Zwar ist es momentan um die skandalträchtigen Vorfälle in der Seniorenresidenz Gleusdorf etwas ruhiger geworden. Doch Gras ist über die Sache beileibe nicht gewachsen. Nach dem Pflegeskandal, der in Todesfällen gegipfelt haben soll, hat die SPD nach eigener Darstellung einen Bericht über die Heimaufsicht der Gleusdorfer Einrichtung im Bayerischen Landtag durchgesetzt. Demnach informiert die Staatsregierung am heutigen Dienstag, 20. Juni, im Gesundheitsausschuss.
Damit beschäftigt der Fall der in die Schlagzeilen geratenen "Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf", der auch bereits zu einer Initiative für eine Gesetzesverschärfung führte, zum wiederholten Mal den Landtag. Auf Antrag etlicher Abgeordneter um die Gesundheitspolitikerin Ruth Waldmann wird die Regierung heute ab 13 Uhr über die Kontrollen der Heimaufsicht in dem Haus Auskunft geben. "Die Vorwürfe gegen die Seniorenresidenz wiegen schwer", erklärt Waldmann zu dem SPD-Vorstoß: "Wir wollen wissen, ob zwei ungeklärte Todesfälle auf fehlerhafte Versorgung und unterbliebene ärztliche Behandlung zurückzuführen sind", erklärt die Politikerin. "Uns geht es vor allem darum, etwaige Schwachstellen bei den Kontrollen zu finden und die Kooperation der verschiedenen Behörden im Interesse der Bewohner und Bewohnerinnen zu verbessern."
Die SPD stützt sich dabei auf Berichte in den Medien insbesondere in der E-Ausgabe dieser Zeitung, welche die Vorfälle aufgedeckt hatte. Demnach sollen Bewohner von Schloss Gleusdorf misshandelt und schlecht versorgt worden sein.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Juni 2016, die Geschäftsführerin und der Pflegedienstleiter waren wegen des dringenden Tatverdachts des Totschlags in Untersuchungshaft genommen worden. In dem bereits vom November 2016 datierenden Antrag der SPD heißt es wörtlich: "Die Staatsregierung wird aufgefordert, zeitnah im Ausschuss für Gesundheit und Pflege über die Rolle der Heimaufsicht im Zusammenhang mit den ungeklärten Todesfällen in der Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf in Untermerzbach zu berichten." Die Stellungnahme heute darf mit Spannung erwartet werden. red