Stockheim — Nur wenige "Orte auf der Erdoberfläche" (Geotope) ermöglichen es, das Wissen über die Entstehung unserer Erde und die Entwicklung des Lebens auf ihr zu gewinnen und zu vermehren. Geotope werden im Freistaat seit 1985 systematisch erfasst. Bisher wurden über 3000 vom Bayerischen Landesamt für Umwelt detailliert beschrieben und im Geotopkataster Bayern aufgenommen. Ein Gremium von Geologie-Experten wählte die einhundert Geotope aus, die in die Bestenliste aufgenommen wurden. Und dazu zählt auch das Stockheimer Flöz.

Kennzeichen: rote Farbe

Das "Stockheimer Becken" ist eines von mehreren Becken, die sich vor über 300 Millionen Jahren innerhalb eines kurz vorher entstandenen Hochgebirges bildeten. In dieses Becken wurde der Abtragungsschutt des Gebirges abgelagert. Aufgrund der häufig intensiven roten Farbe der Ablagerung werden diese als "Rotliegend" bezeichnet. Derartige Gesteine sind in Nordbayern im tieferen Untergrund weit verbreitet, an der Erdoberfläche aber nur an wenigen Stellen - wie um Stockheim und Neuhaus-Schierschnitz - zu finden.
Die untersten Schichten im Stockheimer Becken wurden im oberen Karbon abgelagert, einem Erdzeitalter, in dem hier tropische Klimaverhältnisse herrschten. Unter den feucht-warmen Bedingungen reicherten sich große Mengen von unzersetztem pflanzlichen Material z. B. in Sumpfwäldern und Mooren an. Diese Phase begann vor etwa 290 Millionen Jahren. Wenn das Material von jüngeren Ablagerungen überdeckt und unter dem Einfluss von Druck und Temperatur umgewandelt wurde, entstand daraus Kohle. gf