In der Diskussion um den möglichen Bau einer Umgehung für Stadtsteinach verhärten sich die Fronten. Nun wehrt sich der Stadtsteinacher Stadtrat Knud Espig (SPD/OL) gegen die Aussagen seines Stadtratskollegen Andy Sesselmann (FW) in dem Artikel "Freie Wähler sehen den Bedarf" (BR vom 30. Juni). "Dass die Freien Wähler und ihr Vorsitzender Andy Sesselmann klare Verfechter der Ortsumgehung Stadtsteinach sind, ist ihr gutes Recht. Dass aber Andy Sesselmann mich als Stadtratskollegen öffentlich persönlich angreift, ist ganz schlechter Stil." Die Unterstellung einer persönlichen Betroffenheit ("Welche sollte denn diese nach dem Beschluss der Teilung der Baumaßnahmen Stadtsteinach und Zaubach, der ich nicht zugestimmt habe, sein") grenze an Diskreditierung.
Sesselmann sehe es richtig, dass es Aufgabe der Stadträte ist, die Bürger über anstehende Projekte umfassend zu informieren. Genau deshalb habe er, Espig, mit der Regierung von Oberfranken und dem Staatlichen Bauamt einen regen Informationsaustausch. "Fundierte Informationen zu dem Umgehungsprojekt - außer Wünsche, Erwartungen und Vermutungen - habe ich von Andy Sesselmann hierzu noch nicht wahrgenommen," so Espig.
Sesselmann übersehe, dass der überregionale Transit-Lkw-Verkehr nur einen Teil des Gesamtverkehrsaufkommens ausmacht. Auch mit einer Umgehung, die dann den Geschäften Kaufkraft entziehe und zu Arbeitsplatzverlusten führen werde, dem Tourismus massiv schade und die wertvolle Natur irreparabel schädige, bleibe der innerörtliche Verkehr bestehen. Um die Belastung für die Bürger zu reduzieren, seien - auch im Fall der gebauten Umgehung - Tempobeschränkungen, Flüsterasphalt, Querungshilfen etc. erforderlich. Nur müssten dann die Bürger diese Maßnahmen bezahlen, da dann der Straßenunterhalt bei der Stadt Stadtsteinach liege. Und natürlich greife dann auch die Straßenausbaubeitragssatzung, da es sich hier nicht nur um eine Anliegerstraße, sondern um eine Ortsstraße handele. red