Ein großer Teil des Prozesses gegen den Bewohner eines Münnerstädter Stadtteils beschäftigte sich mit der Frage, ob der Angeklagte auch noch eine fahrlässige Brandstiftung in seinem eigenen Haus begangen hat. Diesen Anklagepunkt zog die Staatsanwältin aber später zurück.
Anfang dieses Jahres hatte es in dem Haus des Angeklagten gebrannt. Er verfügte über eine nicht betriebsbereite Ölheizung, eine funktionierende Holzheizung und zusätzlich über einen Küchenherd, den der Mann am fraglichen Tag aber nicht benutzt haben will, wie er bei der Verhandlung sagte, Bei einer früheren Vernehmung hatte er allerdings angegeben, dass der Ofen zum Zeitpunkt des Brandausbruchs bereits aus gewesen sei.


Betrieb untersagt

Wie der zuständige Kaminfeger als Zeuge aussagte, habe er darauf hingewiesen, dass Holzheizung und Ofen nur wechselseitig betrieben werden dürfen, nie gleichzeitig. Es stellte sich aber heraus, dass ein Verstoß dagegen keinen Brand verursacht, sondern die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung birgt. Der Kaminkehrermeister verwies auch darauf, dass er den Betrieb des Küchenofens wegen verschiedener Schäden untersagt hatte. Er hatte auch den Verdacht geäußert, dass der Kamin wegen vorheriger Brände bereits Risse hat, der Angeklagte kam daraufhin aber mit einem Gutachten, dass alles in Ordnung sei. "Da steht man da", sagte der Zeuge.


Gutachten erstellt

Und der Angeklagte hatte noch einmal einen Gutachter beauftragt, nach der Brandursache zu forschen. Die Versicherung hatte die Zahlung zunächst eingestellt, als das Verfahren eröffnet worden war. Der Gutachter, der vor Gericht aussagte, kam zu dem Schluss, dass es ein Kaminbrand gewesen sein muss. Zum Zeitpunkt seiner Begutachtung war zwar der Schornstein bereits eingerissen, die verbliebenen Mauern reichten ihm aber aus. Er habe die typischen Anzeichen entdeckt. Daraufhin beantragte die Staatsanwältin, den Anklagepunkt fallen zu lassen.