Lichtenfels/Coburg/Erfurt — Der Thüringer Landesverband des Fahrgastverbands Pro Bahn fordert die Bahn auf, ab 2018 eine Intercity-Verbindung auf der Saaletalstrecke (Bamberg-Lichtenfels-Jena) einzurichten. Grund: Thüringen erhält weniger sogenannte Regionalisierungsmittel. Diese Mittel erhalten die Bundesländer, um den Nahverkehr auf der Schiene zu finanzieren. Weil in Thüringen die Bevölkerung schrumpft, gibt es ab 2017 weniger Geld, schreibt Bernd Schlosser, Thüringer Landesvorsitzender von Pro Bahn. "Standen im Jahr 2015 noch 295 Millionen Euro für die Bestellung von Nahverkehrszügen zur Verfügung, werden es im Jahr 2020 nur noch 289 Millionen Euro sein."
Ab 2018 will aber die Bahn den ICE-Verkehr auf der Saale talstrecke einstellen, weil dann die Neubaustrecke Nürnberg-Erfurt in Betrieb geht. Zwar ist in Aussicht gestellt, dass ab 2030 eine Intercitylinie über Bamberg und Lichtenfels nach Jena führen könnte. Bis dahin aber müssten die Länder Thüringen und Bayern Nahverkehrszüge auf dieser Strecke bestellen und finanzieren, erklärt Schlosser. Seine Forderung: "Von der Deutschen Bahn erwarten wir die Einführung der im neuen Fernverkehrskonzept vorgesehenen Intercity-Linie auf der Saalbahn im Jahr 2018, damit hier keine teure Nahverkehrs-Ersatzbestellung durch den Freistaat Thüringen nötig wird." sb