Alleine im Rollstuhl die Treppe runterfahren? Geht nie! Dass es trotzdem geht, haben die Teilnehmer am Mobikurs in Coburg erlebt. Teilnehmer aus Würzburg, Bad Rodach, Haßfurt, Kulmbach, Coburg und sogar aus Straubing waren an die Schule am Hofgarten (Förderzentrum für körperbehinderte Schüler) angereist. Am vergangenen Samstag war auch vom mobilen sonderpädagogischen Dienst dieser Schule ein Kurs für Schüler und ihre Klassenkameraden ausgeschrieben. Zwei Rollstuhlkinder hatten insgesamt sechs Freunde mitgebracht.
So konnten sehr inklusive Sportangebote durchgeführt werden. Das Altersspektrum der Besucher des Kurses reichte von sieben bis 68 Jahren, daher wurden prinzipiell Bewegungsangebote in zwei Leistungsklassen ausgeführt. Mit dem Sonderschullehrer Helmut Gensler und Ferdinand Walter von den rollenden Basketballern Haßfurt standen zwei sehr erfahrene Trainer zur Verfügung.


Neue Erfahrungen

Selbst langjährige Rollstuhlfahrer hatten Messungen der Gewichtsverteilung durch angepasste Rollstuhleinstellungen und deren ganz gewaltige Auswirkungen auf das tägliche Fahren noch nicht erlebt. Die Aufgaben zum "Rollstuhlführerschein" der Schule am Hofgarten standen dann auch sofort auf dem Übungsprogramm.
Schnell fahren, drehen und bremsen war kein Problem. Da aber zum Überwinden von Hindernissen wie Bordsteinkanten auch das Stehen auf den beiden Hinterrädern notwendig ist, wurde ein großer Teil des Vormittags auf diese Fähigkeit fokussiert.
Ob das mit einem E-Motion- Antrieb auch möglich sei, wurde direkt ausprobiert. Das Ergebnis war schnell gefunden. Balancieren ist nicht möglich, aber ein "Wheely" mit acht Zentimetern Steighöhe über zwei Meter Reichweite klappt. Das Gelernte konnte umgehend im Gelände ausprobiert werden. Bei einer Steigung der Straße mit rund zehn Prozent im steilsten Bereich mussten dann weitere Tricks gezeigt und angewandt werden.
Aber alle Teilnehmer kamen ohne Hilfe zurück zur Turnhalle. Bei den Stationen Treppe mit Helfern überwinden, eine Treppe alleine hinunterfahren oder seitlich schräg auf eine Rampe bis zum Umfallen (auf eine dicke Matte) oder Rampe mit 20 Prozent Steigung traute sich dann doch der eine oder andere Rollstuhlfahrer nicht alles zu.


Zum Abschluss ein Riesenball

Danach konnten die Teilnehmer einige Grundübungen aus Kae-In-Sog-In und im Blasrohrschießen ausprobieren. Zum Abschluss ging es beim Riesenballspiel noch einmal voll zur Sache.
Egal ob alt oder ganz jung, die Begeisterung war allen (durch Schweißperlen) sichtbar ins Gesicht geschrieben. Beim Feedback fragten die Teilnehmer mehrfach, wann denn der nächste Trainingstag stattfinde. red