Passen Windräder und Wildkatzen zusammen? Dieser Frage ging die FDP Haßberge in Kirchlauter nach. Hintergrund ist die umstrittene Planung für Windkraftanlagen in der Nähe des Ortes. Vorab: Eine endgültige Antwort auf ihre Frage kann der FDP-Kreisverband nicht geben, wie aus einer Mitteilung der Partei hervorgeht.
Kann die Wildkatze auch im Einzugsbereich von Windrädern ansässig bleiben? Diese Frage stellte sich die FDP Haßberge und hatte deshalb zu der Informationsveranstaltung in Kirchlauter geladen.
Die FDP vertritt grundsätzlich den Standpunkt, dass Windenergie zu fördern ist. Die Standortfrage dürfe auch nicht von Gemeinde zu Gemeinde geschoben werden, hieß es. Die Liberalen fordern deshalb "eine jeweilige genaue Prüfung eines Standortes ohne ideologische Scheuklappen".
Rat holte sich die FDP in Kirchlauter vom früheren Forstamtsrat Eberhard Ponader, der als Forstexperte in der FDP-Vorstandschaft sitzt. Er informierte über die im Bürgerwald ansässige Wildkatze. Diese geschützte Tierart ist nach seiner Darstellung nur in wenigen Regionen Deutschlands heimisch. Dazu gehöre ein Teil der Haßberge. Der Nachweis der geschützten Katzen gelinge durch sogenannte Lockstöcke, die mit Baldrian besprüht werden und somit die scheuen Katzen anziehen. Der Nachweis erfolge über Katzenhaare, die am Lockstock hängenbleiben und zur DNA-Analyse an den Bund Naturschutz geschickt werden. Dies sei eine sichere und tierfreundliche Methode, um die Wildkatzenpopulation zu erforschen, sagte Eberhard Ponader.
Bei der Ortsbegehung kam die Problematik der Tierschützer zur Sprache, die die Wanderreviere der Wildkatze durch das Aufstellen der Windräder bedroht sehen. Ferner wurde auch die Frage aufgeworfen, ob das Kirchlauterer Projekt unter die 10-H-Regel fällt (Mindestabstand zur Wohnbebauung). Die FDP fasste das Fazit: Einvernehmliche Windkraftnutzung sei unverzichtbar und dürfe auch nicht vor den Haßbergen haltmachen. Die Standortfrage sollte stets eine breite Prüfung aller Folgen beinhalten. Die FDP strebt ein Treffen mit Befürwortern dieses Standortes an. red