von unserem Mitarbeiter Max kaltenhäuser

Herzogenaurach — Diagnose Multiple Sklerose (MS). Ein Befund, der ein ganzes Leben nahezu komplett auf den Kopf stellt. Für Martina Dismond von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) in Mittelfranken ist die sogenannte Entmarkungserkrankung beruflicher Alltag. Gemeinsam mit einem durch Spenden finanzierten Team betreut die diplomierte Sozialpädagogin Patienten und Betroffene. Am vergangenen Samstag klärte sie mit Vertretern der Fachklinik Herzogenaurach und einigen Gastrednern über die Krankheit auf.
Dabei stand besonders das Zusammenspiel zwischen Stress und MS im Fokus der Informationsveranstaltung in der Reha-Klinik. Professor Peter Rieckmann ging in seinem Vortrag der Frage nach, in welcher Verbindung Stressbelastung und Schübe dieser Erkrankung des Zentralen Nervensystems stehen. Die Experten seien sich einig, referierte er: Es besteht eine enge Symbiose zwischen persönlichem Stress und der Ausbruchswahrscheinlichkeit von Krankheitssymptomen der MS.

Negativen Stress vermeiden

MS-Schübe können sehr vielfältig sein. Über Sprech- und Gehstörungen bis hin zur Sehschwäche kann nahezu jedes neurologische Symptom durch die nicht heilbare Nervenerkrankung hervorgerufen werden. Daher sei es für Patienten wichtig, "kontinuierliche Stressreduktion, zum Beispiel in Form von Sport oder Meditation, zu betreiben" (Rieckmann). Dennoch sei auch zwischen negativen und positiven Stressbelastungen zu unterscheiden. So sollten sich Betroffene nicht vollends vom Alltagsstress isolieren. "Doch sobald sich der Stress auf den Schlaf auswirkt, kann von einem Negativstress gesprochen werden. Und dagegen muss man etwas tun", mahnt der Neurologe.
Wichtige Tipps und Ratschläge können Patienten und Angehörige von den Beratungsstellen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft erhalten. Denn auch wenn Multiple Sklerose nach heutigem Stand der Medizin nicht geheilt werden kann, gibt es dennoch genügend Möglichkeiten, die Ausmaße der Erkrankung einzudämmen.

Nicht sofort in den Rollstuhl

"Patienten müssen sich informieren und sich dadurch die Angst vor dieser Krankheit nehmen. Dabei wollen wir helfen. MS wird oftmals sofort mit einem Rollstuhl in Verbindung gebracht. Das ist aber einfach nicht mehr so", meint Martina Dismond.
Besonders sollte Informationen aus dem Internet wenig Bedeutung zugeordnet werden. Diese seien oft Quatsch, so Dismond. Stattdessen sollten Betroffene offizielle Informationsstellen besuchen und sich kritisch mit der Krankheit auseinandersetzen. Eine Aussage, der am Samstag auch zahlreiche Patienten in einer Diskussionsrunde zustimmten.