Es war ein richtiges Überraschungspaket, das Maria und Hermann Günthel ins Deutsche Korbmuseum mitgebracht hatten. Lange Zeit hatte das Ehepaar in Bellville Cape Town in Südafrika gelebt und dort 30 Jahre an der Deutschen Schule unterrichtet. Unter den zahlreichen Erinnerungsstücken befanden sich auch viele Flechtartikel, die nun dem Deutschen Korbmuseum gespendet wurden.
Ergänzt wurden die Sammlerstücke durch mehrere Souvenirs die das Ehepaar von seinen Asienreisen mitgebracht hatte. Es waren Stücke, wie sie auch von heimischen Korbflechtern gefertigt werden, nur in einer völlig anderen, fremdländischen Ausführung. Hüte aus den verschiedensten Gegenden Asiens, Kinderspielzeug der Zulus, eine Grille aus Palmblatt stammte aus Myanmar, die Nachbildung eines Swasi-Dorfes stammte aus Südafrika. Zu den Kinderspielzeugen gehörten auch die Nachbildung einer traditionellen Tanzfigur oder ein aus Palmblättern geflochtenes Mobile.
Das besondere Interesse des Korbmachermeisters Roland Ponsel fanden eine afrikanische Fischreuse und ein traditionelles Biersieb. Genau begutachtet wurde auch ein geflochtener Korbball, der in Burma in einer Art "Ball über die Schnur" als Fußball verwendet wird. Andere Länder, andere Sitten lernte man auch bei den Eierkörben kennen. Die geflochtenen Körbe werden mitsamt den Eiern in heiße Quellen gehängt, bis das Innere fest geworden ist. Gagel