Seit einem Vierteljahrhundert spricht Hans Krautblatter im Auftrag der Höchstadter Kreissparkasse über fremde Länder, Landschaften und Kulturen. Jetzt stand in der Fortuna-Kulturfabrik die Toskana, Europas Garten Eden, auf dem Programm. Für seinen facettenreichen Vortrag mit 99 Lichtbildern erntete der pensionierte Gymnasiallehrer regen Applaus.
Bereits vor 27 Jahren, so erinnerte sich Sparkassen-Direktor Reinhard Lugschi, ging der erste Lichtbildvortrag mit Krautblatter über die Bühne. "Im Weberskeller, auf kleiner Leinwand und mit Diaprojektor, gewährten Sie uns damals Einblick in die unwirtliche Natur Islands". Mit einem Mix aus Geologie, Biologie, Botanik und Historik hat sich Krautblatter seitdem eine feste Fangemeinde erarbeitet. "Schon vor Weihnachten erreichen uns erste Anfragen nach Termin und Thema", erzählt Sparkassen-Pressesprecher Christian Enz.
Knapp 150 Zuhörer hatte die Vorstellung der Toskana in die Kulturfabrik gelockt. Dort wurden sie musikalisch an das Thema herangeführt. Die Höchstadter Pianistin Regina Dukart interpretierte den zeitgenössisch-italienischen Komponisten Ludovico Einaudi mit "Nuvole bianche".
So eingestimmt war es gedanklich nur ein kurzer Weg zu den farbenprächtigen, satten Wiesen der Toskana. Diese, so riet der Reise-Experte, ließen sich am Besten im Frühjahr erleben. "Eine zweite Blütezeit ist im Herbst. Aber da kann es schon stark regnen". Und noch einen Tipp hatte Krautblatter parat. "Nehmen Sie sich auf dem Weg in den Urlaub Zeit. Achten Sie auf die Schönheit neben der Autobahn".
Auf dem Weg in den Sommerurlaub hatte Krautblatter so Anfang der 1970er Jahre selbst die Toskana für sich entdeckt. Seitdem zog es den Blumenfreund immer wieder in das Reich der Etrusker. In dieser Zeit verfolgte er mit dem geschulten Auge eines Geologen auch die städtebauliche Entwicklung - und ließ das Publikum daran teilhaben. Auch dabei liegen Licht und Schatten eng beisammen. So hatte Krautblatter Bilder von ungeniert mit Müll belasteten Ufern abseits der Touristenstrände ebenso im Portfolio wie Ansichten aus der Region um Lardarello. Erstaunt betrachtete das Publikum, wie überdimensionale Rohrleitungen die Landschaft prägen. "Durch Geothermie wird dort so viel Strom erzeugt, dass es für den ganzen Zugverkehr in Mittelitalien reicht", erklärte Krautblatter den Einsatz emissionsfreier Energie.
Historische Motive aus Florenz und Pisa rundeten denVortrag schließlich ab. Und dann konnten die Besucher ein Stück Garten Eden mit nach Hause nehmen. In Form einer italienischen Kräutermischung. red