Die Brose Baskets stehen im Top 16 der Euroleague vor einer Herkules-Aufgabe: In der Gruppe F treffen die Bamberger am heutigen Mittwoch (20.45 Uhr) in Madrid auf Real, den amtierenden Champion. Aber auch Olympiakos Piräus, ZSKA Moskau, der FC Barcelona und Zalgiris Kaunas haben die Königsklasse des europäischen Basketballs bereits gewonnen. 2:34 lautet die bisherige Bilanz der Bamberger gegen die sieben Gruppengegner, zu denen auch noch die Spanier von Laboral Kutxa Vitoria und Khimki Moskau zählen. Die beiden Siege gelangen in der Saison 2010/11: Brian Roberts glänzte beim 73:61-Erfolg am 27. Oktober 2010 in der Frankenhölle gegen Olympiakos Piräus mit 23 Punkten, und ein überragender Peja Suput (21) führte die Brose Baskets am 15. Dezember zum 82:75-Heimsieg über Real Madrid. 20 Partien bestritten die Jungs aus Freak City bisher bei den beiden Top-16-Teilnahmen in den Serien 2006/07 und 2012/13, doch ein Sieg fehlt noch in der Bilanz der Bamberger.


"Chancen stehen 1:100"

Brose-Erfolgstrainer Andrea Trinchieri schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass seine Jungs heute bei den Königlichen im 15 000 Zuschauer fassenden Barclaycard Center den historischen ersten Top-16-Erfolg in der Bamberger Geschichte einfahren, auf 1:100. "Wir sind die einzige Mannschaft in unserer Gruppe, die noch nie einen europäischen Wettbewerb gewonnen hat. Für neun meiner Spieler sind die Top 16 etwas ganz Neues. Aber ich bin ein Darwinist. Ich glaube an die Evolution. Diese Theorie basiert auf der natürlichen Auslese. Sie sind die Raubtiere und wir die Beute. Wenn du ein Raubtier werden willst, musst du dich ihnen stellen. Wenn du eine Top-16-Mannschaft werden willst, musst du ihnen begegnen", betont der Italiener.
"Mit diesem Kader könnte Real in der NBA spielen. Madrid hat eine unglaubliche Mannschaft. Wir wissen, wenn wir unser Bestes geben und sie gut spielen, wird es nicht reichen. Unser Bestes kann es uns aber ermöglichen, zu überleben und im Spiel zu bleiben - nicht zu gewinnen", sieht Trinchieri seine Mannschaft als krassen Außenseiter und fordert: "Wir müssen vergessen, dass wir 60 Prozent unserer Spiele in der ersten Runde gewonnen, uns schon drei Partien vor Schluss für die Top 16 qualifiziert haben und mit unseren Füßen ganz stabil auf dem Boden bleiben."
Und Bambergs Trainer will auch nichts davon wissen, dass sich der Titelverteidiger in der Vorrunde schwer tat: "Das Schlimmste, was dir passieren kann, ist zu denken, dass Real so spielt, wie in der ersten Runde. Sie werden ganz anders auftreten." Trotzdem scheinen die Königlichen von ihrer Bestform noch ein Stück weit entfernt zu sein. Im Clasico des spanischen Basketballs kassierte Real am Sonntag eine 84:91-Heimniederlage gegen den FC Barcelona. Und zu allem Überfluss verletzte sich mit Sergio Llull einer der Schlüsselspieler am Oberschenkel und wird heute fehlen. Auch Superstar Rudy Fernandez fehlt im Starensemble von Trainer Pablo Laso, der kürzlich seinen Vertrag bis 2018 verlängert hat, aufgrund einer Rückenverletzung seit einigen Wochen. Inzwischen haben die Madrilenen aber auf den Ausfall reagiert und mit K.C. Rivers einen Scharfschützen vom FC Bayern München zurück in die spanische Hauptstadt geholt.


Wanamaker dabei, Harris fehlt

Auf Bamberger Seite hat Brad Wanamaker, der beim 86:77 gegen Bayreuth geschont wurde, seine Erkältung überwunden und wird wieder das Spiel lenken. Elias Harris fehlt aufgrund seiner Bauchmuskel-/Leistenverletzung vermutlich noch einige Tage. Und der Einsatz von Lucca Staiger steht nach dem bösen Ellenbogen-Check gegen Ludwigsburg auf der Kippe. "Es ist nichts Schlimmes, aber sehr schmerzhaft", so Trinchieri.