von unserem Mitarbeiter Günther Geiling

Kottendorf — Vor wenigen Wochen machte der "Trinkwasserzweckverband der Veitensteingruppe" Schlagzeilen und bayernweit interessierte sich sogar das Fernsehen dafür, wie es gelungen ist, den Nitratgehalt im Wasser so drastisch zu senken. Nun bekamen in einer Veranstaltung die Personen große Anerkennung, die für diese positive Entwicklung wesentlich Verantwortung tragen: die Landwirte. Für das höchst verantwortliche Wirtschaften auf ihren Äckern erhielten sie die verdiente Erfolgsprämie.

Zusammenarbeit seit 1996

Die Vorsitzende des Zweckverbandes, Bürgermeisterin Gertrud Bühl, erinnerte daran, dass es schon seit dem Jahre 1996 eine Zusammenarbeit mit den Landwirten gebe, die einmalig sei. Dies sei nicht mit Verträgen geschehen, sondern mit einem einfachen Beschluss des Zweckverbandes, dass man bei guter Arbeit und Senkung der Nitratwerte jährlich eine Erfolgsprämie zahlen wolle. Die Beteiligten aus dem Trinkwasserzweckverband und die Landwirte hätten dabei das gleiche Ziel vor Augen gehabt, bestes Trinkwasser zu fördern.
Geschäftsführer Rupert Göller verschwieg bei seinem Rückblick auch nicht, dass man bis zum Jahre 2000 sehr skeptisch gewesen sei. Auch aus der Bevölkerung gab es kritische Stimmen. So habe eine Einwohnerin aus Appendorf einen Brief geschrieben, dass man sich wegen der 50 mg Nitrat und Probleme mit dem Altbrunnen doch einfach an die Ködeltalsperre anschließen sollte. Von dort könne man gutes und gereinigtes Wasser bekommen.

Ohne aufwendige Technik

"Zum Glück sind wir dieser Meinung nicht gefolgt und haben uns entschieden, eigenständig zu bleiben und neue Brunnen zu bauen. Wir haben ein Konzept ohne aufwendige Technik gewählt und stellen unseren Abnehmern unser Abwasser ohne Aufbereitung so zur Verfügung, wie wir es auch aus unseren Brunnen entnehmen.
Damit sind wir auf dem richtigen Weg und viele beneiden uns auch darum", betonte Rupert Göller. Das Konzept der Veitensteingruppe werde inzwischen landesweit diskutiert und gerade zur Sitzung habe er ein Schreiben eines Institutes erhalten, das für den Bezirk Unterfranken tätig sei. Darin stehe "Ihr Projekt ist das Beste in Bayern und Sie werden damit in Bezug auf gutes Trinkwasser einen besonderen Namen bekommen."
In diesem Zusammenhang verwies er auf die Bedeutung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Landwirten, die ja selbst auch Wasser bräuchten. Natürlich brächten die Landwirte auch einen gewissen Düngeaufwand auf ihre Flächen. Die Pflanzen entzögen davon wieder einen bestimmten Teil, die Differenz gehe ins Grundwasser. Im Zweckverband sei man seit fast 20 Jahren einen Weg zusammen mit den Landwirten gegangen und man sehe, dass das Konzept trage. Auch andere Zweckverbände aus dem Landkreis wie Burgpreppach oder auch Maroldsweisach hätten schon Interesse gezeigt.

Nicht einfacher Weg

Manche kämen aber nicht mit ihren Landwirten zurecht und andere hätten nach einem erfolgreichen Beginn den nicht einfachen Weg wieder abgebrochen und gingen wieder zur aufwendigen Technik über, die von den Bürgern später zu bezahlen sei. Geschäftsführer Rupert Göller stellte den Landwirten dann die neuen Zahlen der Bodenbeprobung und Auswertung vor und zeigte sich überrascht. "Wir haben heuer extrem niedrige Werte und sind sehr zufrieden. Es sind natürlich auch ein paar Ausreißer dabei und unser Ziel wäre es, auch die noch wegzubringen und noch weiter nach unten zu kommen. Nachzulassen wäre ein Fehler."
Helmut Grell, Fachmann für Pflanzenschutz und Düngeempfehlungen, war über die Werte voll des Lobes. "Die meisten Mmin-Werte liegen unter 30 und rund um 20. Diese Werte sind doch enorm und die meisten Zahlen bewegen sich in einem hervorragenden Rahmen. Auch die PSM-Werte (Rückstände an Pflanzenschutzmitteln) gehen seit 15 Jahren ständig nach unten und sind kaum mehr nachweisbar. Das ist ein tolles Ergebnis."

Großes Lob für die Bauern

Landwirtschaftsmeister Ludwig Bock, für die Bodenproben zuständig, drückte dies noch deutlicher aus: "Ich kenne die Ergebnisse von anderen Verbänden. So etwas hat noch kein anderes Wasserschutzgebiet zusammengebracht. Eure Ergebnisse sind einfach ein Traum und der Wahnsinn. Solche Ergebnisse kann man einfach nicht mehr toppen. Ich kann die Bauern gar nicht genug loben, dass sie solche Ergebnisse zusammenbringen." Und diese positive Arbeit der Landwirte wurde dann auch in "barer Münze" ausgedrückt und ein Geldbetrag von 7486 Euro als Prämie ausgeschüttet. Auf Grund der guten Ergebnisse der Bodenproben war dies eine Steigerung von 2000 Euro zum vorigen Jahr. Daran waren insgesamt zehn Landwirte beteiligt, die in der A-Wertung mit 170 Euro pro Hektar und in der B-Wertung mit 85 Euro pro Hektar belohnt wurden.