von unserem Redaktionsmitglied 
Alexander Hartmann

Stadtsteinach — Dass der Gasunfall am Donnerstagabend in Stadtsteinach, bei dem Explosionsgefahr bestand, auch für den Energieversorger Bayernwerk "kein Standard-Störfall" war, stellt Unternehmenssprecher Christian Martens am Morgen nach dem aufsehenerregenden Großeinsatz der Rettungskräfte in der Kronacher Straße fest.
Fast 50 Personen waren evakuiert worden, nachdem gegen 17 Uhr ein Bagger im Rahmen der Bauarbeiten an der Bundesstraße die Hauptgasleitung beschädigt hatte. Die Feuerwehr war mit etwa 70 Kräften im Einsatz, das BRK mit der Schnelleinsatzgruppe Betreuung, Transport und Verpflegung angerückt.

"Lage war anfangs unklar"

"Die Lage war anfangs unklar. Wir haben uns auf einen längeren Einsatz eingestellt und hätten Helfer und auch die Leute, die ihr Haus verlassen mussten, verpflegen können", sagt Frank Wilzok, der den Einsatz der 30 BRK-Helfer mit koordiniert hat und froh ist, dass es keine Verletzten gab. Alle Rettungskräfte konnten gegen 20 Uhr wieder abrücken, die Anwohner wieder in ihre Häuser zurück. Die Feuerwehr hatte zuvor mit Messgeräten die Gaskonzentration in den Wohnungen kontrolliert. "Die war auch in den Kellern unbedenklich", betont Kreisbrandinspektor Horst Tempel.
Dass sich die Reparaturarbeiten an der Hauptgasleitung wegen des hohen Gasdrucks schwierig gestaltet haben, stellt Bayernwerk-Sprecher Christian Martens fest. Nachdem der Druck auf der Leitung gesenkt worden sei, habe man das Leck schnell provisorisch schließen und Entwarnung geben können. Die Reparatur an der Gasleitung habe sofort begonnen. Martens: "Die Leitung war gegen 23.15 Uhr wieder hergestellt."
Wie die Polizei mitteilt, verlief die Evakuierung dank des besonnen Verhaltens der Betroffenen geordnet ab. Der Einsatzort war im Umkreis von 50 Metern abgesperrt. Der Verkehr staute sich trotz der Baustellenumleitung in beide Richtungen mehrere hundert Meter weit. Die Polizei bittet Verkehrsteilnehmer, sich an die Verkehrszeichen zu halten und nicht durch die Baustelle zu fahren, "da es sonst zu gefährlichen Situationen mit den schweren Baumaschinen kommen kann". Die Sanierungsarbeiten an der Bundesstraße konnten am Tag nach dem Gasunfall übrigens ohne Verzögerung fortgesetzt werden.