Eigentlich ist es auf den ersten Blick eine gute Nachricht für den Landkreis Bamberg: Der Strom der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (umF) nach Deutschland ist seit einiger Zeit deutlich zurückgegangen und somit wurden seit sieben Monaten keine neuen jugendlichen Flüchtlinge mehr nach Bayern verteilt. Auf den zweiten Blick jedoch bereitet gerade diese Tatsache dem Jugendamt Bamberg große Sorgen, wie beim siebten Jugendhilfeausschuss thematisiert wurde.


Keine neuen Flüchtlinge

Aktuell beträgt, wie die Verwaltung bekanntgab, die Zahl der im Landkreis Bamberg betreuten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge 106. Da aber seit Monaten keine neuen jungen Flüchtlinge in Bayern mehr untergebracht werden mussten, leeren sich die stationären Einrichtungen und erste Schließungen von Heimen im Landkreis Bamberg stehen in absehbarer Zeit an.
"Es kann bereits jetzt festgestellt werden, dass es für wegfallende Plätze keinen Ersatz geben wird, da die Träger der Heime nicht bereit sind, sich ein weiteres Mal auf ein solches Risiko einzulassen", berichtete Hans-Jürgen Tytyk vom Fachbereich Jugend und Soziales den Ausschussmitgliedern. Damit würde mit einem Schlag die im Jahr 2015 aufgebaute Infrastruktur und somit das Modell der dezentralen Unterkunft zerstört.
Erschwerend komme hinzu, dass es wohl in Zukunft wieder zu Verteilungen kommen werde - auch wenn derzeit niemand sagen könne wann. "Sollte es noch viel länger dauern, werden weitere Plätze wegfallen, so dass wir dann nur in Notunterkünften Plätze anbieten können", bedauerte Hans-Jürgen Tytyk. Denn eine Freihaltepauschale für die Unterkünfte sei nicht vertretbar.


Große Herausforderung

Auch der stellvertretende Landrat Johann Pfister (BBL) beklagte, dass die mit großem Aufwand geschaffenen Unterkünfte nun geschlossen würden. "Sollte sich die Situation aber wieder drehen, stehen wir erneut vor einer großen Herausforderung und vielen Problemen", so Pfister.