Fast zehn Jahre lang war es ein heißes Eisen in der Stadtgemeinde Schlüsselfeld: Jetzt ist das neue Aschbacher Schwimmbad fertig und nach den Worten von Bürgermeister Johannes Krapp (CSU) "vom Streitbad zum Freibad" geworden. Am Freitag wurde es mit dem Segen der Pfarrer Wolfgang Dettenthaler und Johannes Kestler seiner Bestimmung übergeben. Am Samstag konnten die ersten Besucher bereits in das kühle Nass eintauchen.


Grund zur Hoffnung

Die Neueröffnung war für den Bürgermeister auch ein Grund zur Hoffnung. Alte Befindlichkeiten, die es zwischen den Altgemeinden Schlüsselfeld und Aschbach seit jeher gab, sollen vergessen werden. Die Entscheidung, das Bad zu sanieren, habe neue Risse geschaffen, mitunter bis in die Familien hinein, betonte Krapp. Er selbst outete sich als "Nein-Stimmer" im Stadtrat, damals noch nicht wissend, dass das Bad einmal unter seiner Ägide gebaut wird. "Da weiß man, was es heißt, in der Demokratie Meinungen vertreten zu müssen!" Aber jede Krise berge auch Chancen in sich. Mit Blick auf das Ergebnis sei festzustellen: "Wir haben vieles richtig gemacht!" Dankbar sei er seinem Stadtratsgremium, sagte Krapp. Die Räte hätten das Votum der Bürger im Bürgerentscheid ohne Wenn und Aber respektiert. Auch die Aschbacher hätten ihr Versprechen gehalten und alles zum Bau beigetragen, was sie zu leisten imstande waren. "Das ist eine Leistung, die nicht jede Ortschaft zustande bringt", lobte Krapp unter dem Beifall der Zuhörer.


Grabenkämpfe vergessen

Jetzt solle man sich von den alten Grabenkämpfen frei machen und das Bad als Freizeitstätte aller Bürger entdecken, damit die Gemeinde besser zusammen wachse. "Der Anfang ist gemacht und - er ist gut gemacht", rief Krapp den vielen Besuchern zu. Der Dank des Bürgermeisters galt der Schwimmbadinitiative und vor allem seinem Stellvertreter Bernhard Seeger, in dessen Händen die Bauleitung vor Ort lag. Er habe nicht nur viel Zeit auf der Baustelle verbracht, sondern auch große Verantwortung auf sich geladen.
Für Seeger ist die Freizeitstätte "das Stadtbad Schlüsselfeld in Aschbach". Sein Dank galt seinem "Steuerungskreis", mit ihm zusammen sechs Personen, die als Schnittstelle zwischen Stadt, Planern, Handwerkern und Schwimmbadinitiative die Arbeiten eingeteilt und organisiert, Material geordert und Handwerker bestellt haben. Dank sagte er auch den Unternehmen, die den Schwimmbadfreunden nicht nur mit Rat und Tat, sondern auch mit Material und Gerätschaften zur Seite standen.
Als die Blaskapelle Aschbach den Choral "Nun danket alle Gott" anstimmte, traf sie damit wohl den Nerv vieler, die mit dem Bau befasst waren.
Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Silberhorn (CSU) bezeichnete die Neueröffnung als "den ausgestreckten Arm der Aschbacher". Ihn sollten jetzt alle ergreifen, auch die, die anfangs gegen das Bad waren. Eine solche Einrichtung trage entscheidend zur sinnvollen Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen bei.


Silberhorn: Gut für ganze Region

Die Aschbacher hätten sich ihr Bad wohl "erstritten", aber nicht nur für sich selbst, sondern für die gesamte Region.