Die Bodenbrüter haben es nicht leicht. Denn die moderne, intensive Landwirtschaft macht es den Vögeln schwer, Nistplätze zu finden. Dichte Felder mögen die Lerchen überhaupt nicht. "Die Feldlerche findet im dichten Wintergetreide nicht genügend geeignete Brutplätze", klagt Höhn. Er möchte explizit die Bemühungen des Landesbundes für Vogelschutz unterstützen und sucht jetzt Paten für Lerchenfenster. "Wir stellen uns vor, dass wir jedem Landwirt, der bereit ist, solch ein Lerchenfenster anzulegen, zehn Euro Entschädigung zahlen", sagt Höhn.
Solch ein Lerchenfenster ist übrigens keine komplizierte Sache. Der Landwirt sollte beim Einsäen des Wintergetreides einfach die Sämaschine kurz anheben. Idealerweise sollte ein Lerchenfenster rund zwanzig Quadratmeter groß sein. Das würde also bedeuten, dass der Landwirt eine drei Meter breite Sämaschine auf einer Länge von rund sieben Metern anheben müsste. Dadurch entsteht ein "nicht bewachsenes" Fenster im Feld - die ideale Brutgelegenheit für Lerchen, Wachteln, Rebhühner und andere Bodenbrüter, sagt Höhn.
"Ideal wäre es, wenn wir Landwirte finden würden, die freiwillig zwei Fenster pro Hektar Fläche anlegen würden", hofft Höhn auf die Mithilfe. Vor allem jetzt, wo die Aussaat des Wintergetreides schon wieder naht, setzt Höhn auf die Landwirte.
Wilfried Löwinger, Kreisobmann des Bauernverbandes, indes reicht dem Jäger offen die Hand. "Ich denke nicht, dass es ein Problem ist, solche Lerchenfenster anzulegen. Aber das sollte alles freiwillig sein", sagt Löwinger und hofft nicht auf weitere Bürokratisierungen.


Im Ausland gibt es bereits Erfolge

Tatsächlich müssen Felder, in denen Lerchenfenster angelegt sind, nicht anders behandelt werden als herkömmliche Getreidefelder. Sie dürfen genauso gedüngt, mit Pflanzenschutzmittel behandelt werden, wie alle anderen Felder auch. Andernorts gebe es bereits gute Erfahrungen mit solchen Lerchenfenstern. In Großbritannien gebe es sie schon länger und der Bruterfolg sei immens.
"Bei uns ist es aber so, dass die Feldlerchen kaum noch die Möglichkeit haben, zu brüten. Denn die Wege sind zu unruhig, sie müssen dann immer in die Feldränder schlüpfen", klagt der Jäger. Auch für andere Vogelarten wie etwa das Rebhuhn oder die Wachtel und sogar für Hasen und Kleintiere wären solche Lerchenfenster "Ruheoasen", die unglaublich wertvoll seien.


Projekt hat auch Grenzen

Löwinger zeigt sich offen für das Projekt Lerchenfenster. "Es darf nur nicht so weit gehen, dass Felder und Wiesen nicht mehr bewirtschaftet werden dürfen, weil irgendein seltener Vogel gesehen wurde. Und wenn die Landwirte auch noch zehn Euro Entschädigung bekommen, ist das sicherlich auch eine kleine Anerkennung", findet Löwinger.
Höhns schönste Vision wäre es, wenn schon bald wieder Lerchen laut singend aus den Feldern empor schwirren würden. Lerchen stehen übrigens bereits seit 2007 auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands, weil europaweit ein starker Rückgang zu verzeichnen ist.