Bamberg — Ein Meisterwerk der Barockarchitektur mit der Anerkennung als nationales Kulturdenkmal, Vorbild vieler weiterer Jesuitenkirchen in Europa - die Martinskirche am Grünen Markt hat manche Superlativen zu bieten. Doch leider im Moment auch die, eine der größten und teuersten Baustellen des Erzbistums Bamberg zu sein. 5 Millionen Euro müssen in den kommenden Jahren investiert werden, um die Kirche zu sanieren. 90 Prozent davon fließen der Kirchenstiftung St. Martin aus staatlichen und kirchlichen Fördermitteln zu. Allein das Erzbistum Bamberg unterstützt die erforderlichen Maßnahmen mit etwa 3 Millionen Euro.
Der Eigenanteil, den die Kirchenstiftung St. Martin dabei aufbringen muss, liegt bei 10 Prozent, das heißt 500 000 Euro. Um die Kirchenstiftung bei ihrer Aufgabe zu unterstützen, diese Gelder einzuwerben, hat sich vor gut einem Jahr der Förderverein St. Martin gegründet, der nun zu seiner ersten außerordentlichen Mitgliederversammlung geladen hatte.
Trotz seines erst einjährigen Bestehens kann der Förderverein dabei bereits auf zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen zugunsten der Renovierung der Martinskirche verweisen, wie Christoph Brey vom Vorstand berichtete. Dazu gehören etwa das Weißwurstfrühstück am 3. Oktober, die Bewirtung bei den "Lichthöfen" durch Familie Strauch in der Letzengasse sowie der Umtrunk nach dem Martinszug am 8. November.
Als ein Publikumsmagnet erwies sich im August das Konzert von Tony Bulluck im Rahmen des Jazz- und Bluesfestivals, als die Kirche wegen Überfüllung geschlossen werden musste. Christoph Brey dankte ausdrücklich dem Stadtmarketing Bamberg, die dieses Event möglich gemacht hatte. Brey legte den Anwesenden die beiden Produkte des Vereins ans Herz: das Martins-Bier der Brauerei Spezial und, als ideales Weihnachtsgeschenk, die Orgel-CD aus St. Martin.
Durch seine Aktivitäten war es dem Förderverein St. Martin gelungen, im vergangenen Jahr fast 14 000 Euro einzunehmen, die an die Kirchenstiftung fließen, wie Michael Lotter berichtete. Damit konnten die Mitglieder dem Vorstand ohne Schwierigkeiten die Entlastung aussprechen.
Im Anschluss fand die Neuwahl des Ersten und Zweiten Vorsitzenden sowie des Kassiers statt. Zum Ersten Vorsitzenden wurde Christoph Brey gewählt, Peter Dlustus übernimmt nun den Posten des Zweiten Vorsitzenden. Neuer Kassier ist Michael Lotter, Schriftführer bleibt weiterhin Karl Kachelmann.
Zum Schluss stellte Christoph Brey einige Höhepunkte des kommenden Jahres vor: Bereits morgen, am 6. Januar, findet zum ersten Mal das "Martiner Stärk' antrinken" statt. Ebenso lud der neue Vorsitzende zum Konzert von Big Sound Jack am 15. Mai und zum traditionellen Konzert "Buck im Hof" am 17. Juli in den idyllischen Innenhof der Martinskirche ein. Der Reinerlös aus den Veranstaltungen fließt auch im kommenden Jahr vollständig in die Kirchensanierung.
Auch Stadtpfarrer und Vereinsmitglied Anton Heinz bedankte sich bei allen Mitgliedern und Förderern des Vereins, die sich durch Spenden oder persönliches ehrenamtliches Engagement für die Sanierung der Martinskirche einsetzen und wünschte dem neuen Vorstand viel Kraft und Energie: "Für die Martinskirche lohnt sich jeder Einsatz!" Johanna Konrad-Brey