von unserer Mitarbeiterin 
Christiane Reuther

Knetzgau — Im Kreise der Familie feierte am Sonntag das Knetzgauer Ehepaar Elisabeth und Alexander Michaelis seine eisernen Hochzeit: Den Bund der Ehe besiegelten die beiden vor 65 Jahren in einem kleinen Dorf im russischen Sibirien. Vor 17 Jahren siedelte das Jubelpaar nach Deutschland über und wohnt nun schon 15 Jahre mit der Familie des Sohnes im eigenen Haus in Knetzgau.
Alexander Michaelis wurde in Sibirien geboren, wohin auch Elisabeth Michaelis, geborene Gejdt, mit neun Jahren ausgesiedelt wurde. Da sich beide schon von Kindesbeinen an kannten, hatte der Vater von Elisabeth quasi als "Heiratsvermittler" fungiert und seine Tochter als "schönes Mädchen" dem späteren Bräutigam wärmstens ans Herz gelegt. So hatte sich eine Freundschaft entwickelt, die später vor dem Traualtar besiegelt wurde.
Das Leben der bescheidenen Eheleute war stets geprägt von der Arbeit in der Kolchose. "Die Arbeit hat uns jung gehalten", verriet die 83-Jährige. In der Landwirtschaft tätig, wurden vor allem Kühe gehütet und gemolken, aber auch Federvieh gehalten und Ackerbau betrieben. "Das ganze Leben haben wir für die Regierung gearbeitet", berichtete der 88-jährige Jubilar im Rückblick.
Das Wohlergehen der Familie mit fünf Kindern füllte das Leben voll aus. So haben die Eheleute in den 65 gemeinsamen Jahren stets Freud und Leid miteinander geteilt und sind froh, dass sie in Deutschland eine neue Heimat gefunden haben. Bis auf zwei Enkel mit ihren Familien ist die ganze Familie in Deutschland vereint und so wurde im Kreise der Großfamilie das Fest gebührend gefeiert. Mit Häkeln und Stricken vertreibt sich Elisabeth Michaelis gerne die Zeit, während Ehemann Alexander gerne fernsieht. Neben den zwei Töchtern und drei Söhnen mit Familien, darunter 16 Enkel, 25 Urenkel und ein Ururenkel, überbrachten Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus und stellvertretender Landrat Oskar Ebert Glückwünsche.