von unserem Mitarbeiter Günther Geiling

Steinbach — In die Jahre gekommen, dabei aber jung geblieben und gerade im Jubiläumsjahr unheimlich erfolgreich. Beim Festkommers "50 Jahre Sportfreunde Steinbach" klang das immer wieder an, und Vorsitzender Martin Tully meinte: "Wir können stolz darauf sein, wie unser Verein auch nach 50 Jahren dasteht, und ihr alle dürft stolz darauf sein, was ihr für diesen Verein geleistet habt."

Damals ein sehnlicher Wunsch

94 Mitglieder hatten vor 50 Jahren, am 29. Mai 1965, im Saal Hildenbrand die "Sportfreunde Steinbach" aus der Taufe gehoben. Der sportbegeisterten Jugend und den Fußballfreunden war es ein dringendes Anliegen, in dem heutigen Ebelsbacher Gemeindeteil Steinbach endlich einen Fußballverein zu gründen. Die jungen Männer spielten nämlich in Nachbarvereinen wie dem SV Rapid Ebelsbach und dem FC Ziegelanger.
Erster Vorsitzender war Willi Reitz, sein Stellvertreter Hardy Schuhmacher. Tully erinnerte an die anderen Initiatoren, Bürgermeister Georg Frank, Pater Willibald Heuler und Schulleiter Valentin Schlereth.
Martin Tully zitierte aus dem Gründungsprotokoll: "Wenn alle Mitglieder für sein Wohlergehen besorgt sind, wenn Liebe, Opferbereitschaft und einiger Wille es umhegen, dann muss es wachsen, blühen und gedeihen. Alle Mühen gelten der Kameradschaft, der Freude und dem edlen Sport." Der Leitspruch hieß: "Elf Freunde müsst ihr sein, um Siege zu erringen". Daher auch der Vereinsname "Sportfreunde". Passend dazu schmetterte die ganze Festversammlung das alte Fußballer- und Vereinslied "Wer hat die Welt so schön gemacht, wer hat das Fußballspiel erdacht?"
Tully appellierte, den Namen "Sportfreunde" weiter aufrichtig zu leben, "damit wir auch die nächsten Jahre und möglichst Jahrzehnte unsere Aufgaben meistern und weiter bestehen können".
Für Bürgermeister Walter Ziegler sind die Sportfreunde jung geblieben. "Unsere Sportvereine gehören zu unseren Dörfern wie die Kirche und das Gasthaus. Sie liegen gewissermaßen zwischen beiden und halten Leib und Seele zusammen. Alle drei sind wichtig für ein gutes dörfliches Zusammenleben."
Ziegler würdigte den ehrenamtlichen Dienst. Vielerorts müssten Spielergemeinschaften gebildet werden, manchem Verein bleibe wegen fehlenden Nachwuchses nur die Abmeldung der Mannschaft oder gar die Auflösung. Bei den Sportfreunden habe sich jedoch der Vorstand verjüngt; man sei für die Zukunft gerüstet.
Der Bezirksvorsitzende des Bayerischen Landessportverbands (BLSV), Günther Jackl, war stolz, Glückwünsche überbringen zu dürfen; überhaupt, wo er selbst Mitglied sei. Jackl würdigte die Ehrenvorsitzenden Klaus-Peter Kackert und Günter Röckel, Martin Tully sowie die Familie Virnekäs. Besonders stellte er "Charly" Karl Rüttinger heraus.

Verdienter Trainer

"Er kam, er sah und siegte", könnte es über Stefan Seufert in der Chronik der Sportfreunde heißen. Gleich im ersten Jahr als Trainer die Meisterschaft zu holen und damit für den Verein den Aufstieg zu sichern, sei eine "klasse Leistung".
Das Verbandsehrenzeichen "Gold mit Brillanten", eine der höchsten BLSV-Auszeichnungen, überreichte Jackl dann an Karl Rüttinger. Er war langjähriger Spielführer der Ersten Mannschaft, hat mehrere 100 Seiten Vereinschronik geschrieben, ist bei Büttenreden und "Bachsängern" nicht wegzudenken. Dazu ist er Mitorganisator beim Weinfest. Er sei einfach, betonte Jackl, "Kumpel, Schlichter und Helfer und eine richtige Institution für den Verein". Martin Tully ergänzte: "Er ist bei jedem Anruf sofort da, und kein anderer hat mehr Zeit in den Verein investiert wie du. Deswegen haben wir dich als Ehrenschriftführer ausgezeichnet." Die Bilderschau von Hans-Josef Krämer und Grußworte bildeten den Ausklang.