Bamberg/Aufseß — Beste Abwehr gegen den besten Angriff - am Samstag reist der Drittplatzierte der Kreisklasse Bamberg 2, der ASV Aufseß, zum FC Eintracht Bamberg II. Wer, wenn nicht die stärkste Defensive der Liga könnte den souveränen Tabellenführer mal ärgern? Anpfiff ist um 14.30 Uhr im Fuchs-Park-Stadion.
"Wir wollen das Spiel gewinnen, das ist doch klar. Wie könnte ich meinen Spielern beim Training und vor dem Spiel sonst in die Augen schauen, wenn sie vorab lesen, dass der Trainer vorgibt, nur einstellig gegen den Tabellenführer verlieren zu wollen!? Ziel muss es immer sein, zu gewinnen", sagt Martin Taschner, der Aufseßer Spielertrainer. Sein Team hat gerade einen Lauf: Nur eine Niederlage am dritten Spieltag gegen Gunzendorf, seit elf Spielen ungeschlagen und mit elf Gegentoren hat Aufseß die beste Abwehr. "Das könnte spannend werden. Unsere Abwehr an sich funktioniert aktuell ganz gut", sagt Taschner. Doch wie will er der Bamberger Offensivgewalt mit bisher 76 Treffern Einhalt gebieten? "Es ist ganz wichtig, dass auch die Offensivkräfte sich nicht davor scheuen, defensiv zu denken, Räume dicht zu machen und zu laufen, um es so der starken Bamberger Offensive nicht allzu leicht zu machen", sagt Taschner. Dabei muss er auf sieben Spieler verzichten: Darunter ist etwa der beste Torschütze Thorsten Schrenker (sieben Tore) und Taschner selbst, der frühestens nach der Winterpause wieder eingreifen kann. Außerdem ist der Einsatz von Abwehrspieler und Routinier Alexander Fuchs wegen einer Bauchmuskelzerrung fraglich.
Der ASV scheint sein Spiel meist dem Gegner anpassen zu können: Gegen Spitzenteams wie Strullendorf, Weichendorf oder Wacker Bamberg punkteten sie regelmäßig. Auf der anderen Seite gewinnen sie ebenfalls knapp oder spielen "nur" Unentschieden gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte. "Das interessiert mich alles nicht", sagt Taschner. Er ist über jeden Sieg froh: "Letztendlich geht es immer nur um drei Punkte, egal wie viel Tore man schießt. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es meine Mannschaft auf meine beziehungsweise auch auf die Nerven unserer Zuschauer abgesehen hat. Natürlich wäre mal ein deutliches Ergebnis einfacher gewesen."


Heimstarke Eintracht

Auf der Gegenseite musste Eintracht-Coach Christian Dausel selten zittern. "Wir haben jedes Spiel dominiert, damit bin ich zufrieden", sagt er. Fast immer gewann sein Team mit mindestens drei Toren Unterschied. Einzig beim 3:3 in Strullendorf holten seine Jungs nicht alle drei Punkte. "Da haben wir unsere Leistung nicht abgerufen. Wir haben uns selber geschlagen", erinnert sich Dausel. Einen Sieg will er am Samstag im eigenen Stadion auch wieder einfahren. "Es ist schwer, uns zuhause zu schlagen. Aufgund der Größe des Platzes hat - im Normalfall - keiner eine Chance gegen uns. Wir wollen unser Spiel durchziehen und drei Punkte holen. Alles andere wäre eine Enttäuschung." Sein Ziel: Die Breite des Platzes nutzen und die Außenspieler einsetzen. "Wir wollen guten Raumgewinn kreieren und schnell nach vorne spielen", sagt Dausel.
Das hat bisher gut geklappt: 76 Treffer hat der FC auf dem Konto. 13 davon steuerte Calvin Sengül bei, der mittlerweile auch schon sieben Einsätze in der Bayernliga aufweisen kann. Angesichts des Vorsprungs von fünf Punkten bei einem Spiel weniger auf Strullendorf muss Dausel daran arbeiten, dass das Team nicht nachlässig wird. "Solange es rechnerisch nicht durch ist, gibt es nix zu feiern. Aber es ist nicht so leicht, die Motivation hochzuhalten. Wir bauen intern Druck auf. Außerdem wollen sich die Jungs ja für die Bayernliga empfehlen." anpfiff.info