Mühlendorf — Ganz im Zeichen des Heiligen Josef standen die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen der St.-Josef-Vereins Mühlendorf, was sowohl in der Festansprache des Schirmherrn, Bezirkstagspräsident Günther Denzler, als auch in der Predigt des Männerseelsorgers Wolfgang Witzgall zum Ausdruck kam. Während Denzler beim Festkommer am Samstag mehr die Fürsorge für die Familie und die Glaubenstreue in den Mittelpunkt rückte, hielt Monsignore Witzgall beim sonntäglichen Festgottesdienst in einem Dialog zwischen Jesus und seinem Pflegevater "Rückschau auf das Lebenswerk" der beiden biblischen Persönlichkeiten.

Vereine bleiben wichtig

Die Wichtigkeit der Vereine und ihrer Führungskräfte im ländlichen Bereich betonten Landrat Johann Kalb (CSU) und MdL Heinrich Rudrof (CSU).
Sie zollten den beiden Vorsitzenden Adam Rottmann und Georg Burkard mit ihrem Team Lob für das große ehrenamtliche Engagement zum Wohle der Gemeinschaft - zumal die 109 Josefsbrüder ja nicht nur im kirchlich-sozialen Bereich Flagge zeigen würden, sondern auch als Kulturträger mit ihrer Theatergruppe weit über das Aurachtal hinaus bekannt wären und den Menschen so viel Freude bereiten würden.
Markus Zirkel als Vorsitzender der Diözesan-Arbeitsgemeinschaft katholischer Männervereine zog Parallelen zwischen der Gründerzeit vor 125 Jahren und der jetzigen Situation:
Damals hätten christliche Männer ihre Stimme erhoben, um sich gegen die Bevormundung durch den Staat zu wehren, heute würden sie dafür eintreten, dass Werte des Glaubens und der christlichen Überzeugung erhalten bleiben und weiter vermittelt werden.
Im voll besetzten Saal des Vereinslokals "Zur Alten Mühle" zeigten Herbert und Johannes Luft eine eindrucksvolle, abwechslungsreiche und damit kurzweilige Chronik, die - mit historischen Bilddokumenten und unterhaltsamen Anekdoten gewürzt - mit reichem Beifall bedacht wurde.
Bürgermeister Thilo Wagner (FW) unterstrich in seinem Grußwort das vielfältige Wirken des Jubelvereins im Dienste von Kirche, Kultur und Gemeinschaft.
Als Beispiel, dass die Laienspieler neben ihrer überragenden volkstümlichen Unterhaltung auch anspruchsvolle Theaterkunst bieten können, nannte er den "Fränkischen Jedermann" der in Zusammenarbeit mit der "Künstlerwerkstatt" zum Jubiläum "1200 Jahre Stegaurach" aufgeführt wurde.
Gert Lechner überreichte als Vorsitzender des Ortskulturrings Mühlendorf - Kreuzschuh dem Jubelverein mit seinen elf Vereinen und Gruppen einen Schminkspiegel und den entsprechenden Stuhl.
Die größte Gruppe der Gratulantinnen beim Festakt bildeten die fast 30 Ehrendamen der früheren Feste (von 1955 - 1990).
Im Rahmen des Festaktes, der von der "Mühlendorfer Blasmusik" und dem Gesangverein "Sängerlust" festlich umrahmt und durch Sketche der Theaterspieler humorvoll aufgelockert wurde, ehrten der Vorstand und der Schirmherr die Mitglieder Andreas Erhardt und Michael Vogel für 60-jährige Vereinszugehörigkeit. Oskar Kniele konnte die Ehrung nicht persönlich entgegennehmen. Zu Ehrenmitgliedern wurden Sebastian Thomann für seine langjährige Treue und Andreas Müller für sein besonderes Wirken als Vereinsdiener seit fast 30 Jahren ernannt.
Eigens für dieses Jubiläum hatte Vereinswirt Alfons Merklein ein Festbier der Extraklasse gebraut, das als "Josefstrunk" ausgeschenkt und allseits gelobt wurde. Für das leibliche Wohl war gesorgt.
Stimmungsvolle Musik spielte am Sonntag Horst Gerbig und die Kinder wurden vom "Bamberger Kasperl" unterhalten. Hüpfburg, Kinderschminken und Luftballonflug brachten weitere Abwechslung bis in den Abend. red