Lübeck / Bad Schwartau — Der HSC 2000 Coburg bleibt im Jahr 2015 auch nach dem dritten Anlauf weiter ohne Auswärtszähler. Dabei kam man beim VfL Bad Schwartau diesmal richtig böse unter die Räder. Jan Gorr: "Die taktische Disziplin ist uns völlig abhanden gekommen." Dies war jedoch nicht unbedingt so zu erwarten, denn nach umkämpfter erster Halbzeit führte Coburg noch mit 13:12. Doch was dann kam, war indiskutabel. "Wir haben unsere Linie völlig verloren, es ging nichts mehr", brachte es Kapitän Ronny Göhl auf den Punkt.
"Endlich wieder einmal Punkte sammeln", das forderte der Hallensprecher der Bad Schwartauer kurz vor dem Einlauf seines Teams, zu dem sogar extra ein roter Teppich ausgerollt wurde. Dem folgte die Mannschaft der Marmeladenstädter am Ende eindrucksvoll.
Jan Gorr verzichtete in seinem 15er Kader auf Philipp Seitle, der seit Donnerstag an einer Zerrung laboriert. Kurz vor dem Anpfiff und später sogar während der Partie musste noch das Tornetz geflickt werden, um ein Phantom-Tor à la Leverkusen zu verhindern.
Die Netze schonten beide Teams aber ziemlich lange, denn es dauerte bis zur 5. Minute, ehe der erste Treffer fiel. Der Torschütze war genau der, der auch den letzten Treffer in Coburg erzielte, Toni Podpolinski, den der HSC zu keinem Zeitpunkt unter Kontrolle brachte.
Bei den Gästen war in der Anfangsphase vieles im Angriff zu ungenau, oder Dennis Klockmann stand dann einem Torerfolg im Wege. Allerdings musste die Mannschaft von Jan Gorr auch einiges einstecken. Nach genau acht Minuten war es Florian Billek, der sein Team mit dem ersten Treffer erlöste. Torarm ging es auch weiter, erschreckend war die Torausbeute der Coburger in den ersten 20 Minuten, in denen unter anderem zwei Strafwürfe vergeben wurden. Trotz zahlreicher gut herausgespielter Optionen stand es zu diesem Zeitpunkt 5:4 für die Gastgeber. Was funktionierte, war die Abwehr der Coburger, aber auf Dauer konnte die die Angriffsschwäche nicht kompensieren. Nach 23 Minuten sammelte Jan Gorr sein Team in der Auszeit. Denn die Bad Schwartauer Abwehr stellte sein Team mit einer sehr offensiv, oft an der Neun-Meter-Linie verteidigenden Abwehr vor riesengroße Probleme, für die man noch keine Lösung gefunden hatte.
Bis man endlich die Räume der offensiven Abwehr mit Kreisanspielen und Torerfolgen nutzte und zum 7:7 (26.) ausglich. Die Coburger befreiten sich jetzt im Angriff von der Umklammerung der Gastgeber, spielten sehr variabel. So tauchte Till Riehn am Kreis auf, und endlich ging auch die Quote nach oben, was beim 10:9 die erste Führung brachte. Aber einmal mehr war es Toni Podpolinski, der - wie schon im Hinspiel - diesmal mit der Halbzeitsirene zum Ausgleich traf.
Knapp ging es auch nach der Pause weiter, eins vorn für Coburg, dann wieder die Gastgeber und umgekehrt - der Auftakt versprach eine erneut bis zum Abpfiff enge Auseinandersetzung.

Drei Ballverluste ausgenutzt

Doch als sich der HSC gefangen zu haben schien, passierten drei Ballverluste in Folge, die zum 16:13 (40.) führten. Allerdings hätte man zumindest bei zweien auch auf weiteren Ballbesitz für die Coburger entscheiden können, was Jan Gorr, der das wohl ebenso sah, auch die Gelbe Karte einbrachte. Hinzu kam gerade in dieser Phase ein Wechselfehler der Coburger und dadurch eine doppelte HSC-Unterzahl. Bad Schwartau nutzt das alles optimal für sich mit einem 5:0-Lauf aus. Davon erholte sich Coburg nicht mehr, hielt bis zum 17:23 (50.) noch mit. Dann aber brachen alle Dämme, und die sich in einen Rausch spielenden Gastgeber verdoppelten den Abstand noch.
Die unverbesserlichen Optimisten, die Coburg nach den Freitagsergebnissen mit der Niederlage der DJK Rimpar Wölfe und dem Remis des TV Bittenfeld schon zu einem Höhenflug Richtung Platz zwei abheben sahen, wurden ganz schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.