von unserem Redaktionsmitglied 
Thomas Heuchling

Bad Staffelstein — Als die Lichtenfelser Polizei am Montag eine Wohnung in Bad Staffelstein durchsuchte, staunten die Beamten über den seltenen Fund:
Was sie dort fanden, hätte locker die Regale eines kleinen Supermarktes gefüllt. "Vor allem hochwertige Parfüms, Alkoholika und einige EDV-Artikel fanden wir in der Wohnung", sagt Polizeihauptmeister Michael Paul. Insgesamt seien es rund 400 Artikel mit einem Warenwert von 15 000 Euro gewesen. Vermutlich alles von einem 20-Jährigen aus dem Landkreis geklaut. Innerhalb eines Monats soll der Beschuldigte die Waren gestohlen haben, erläutert Paul.

Zwei Mal im Elektromarkt

Bereits am 31. Dezember war der zum damaligen Zeitpunkt noch unbekannte Tatverdächtige beim Diebstahl in einem Fachmarkt für Elektroartikel in der Mainau in Lichtenfels aufgefallen. Damals entwendete er Waren im Wert von 219 Euro. Knapp zwei Wochen später, am 12. Januar, versuchte es der mutmaßliche Langfinger erneut in dem Elektromarkt. Dabei entdeckte ihn der Ladendetektiv und rief die Polizei. Diese durchsuchte die Sporttasche des Beschuldigten und wurde fündig.
22 teils hochwertige Parfüms im Gesamtwert von 1380 Euro lagen in der Tasche des Diebes. Die gestohlenen Duftwässerchen konnten einer Drogerie in der Mainau zugeordnet werden. Aber in der Tasche des 20-Jährigen fand die Polizei noch weiteres Diebesgut: unter anderem Schuhe, T-Shirts und Pullover. Sie konnten unterschiedlichen Firmen zugeordnet und an diese wieder ausgehändigt werden konnten. Die Polizei nahm den Beschuldigten fest und brachte ihn im Haftraum der Polizeiinspektion Lichtenfels unter. Über die Staatsanwaltschaft wurde ein Durchsuchungsbeschluss für seine Wohnung erwirkt. Bei der Durchsuchung in Bad Staffelstein fanden die Polizeibeamten dann eine Mischung aus Parfümeriesortiment und Schnapsladen, sowie mutmaßliches Diebesgut aus dem Elektronikbereich und Kleidung. Gesamtwert: 15 000 Euro. "So ein Fall ist schon selten, aber es gibt immer wieder solch abstruse Fälle", sagt Michael Paul.

Diebesgut aus elf Firmen

Nach weiteren Ermittlungen konnte das Diebesgut insgesamt elf geschädigten Firmen im Landkreis Lichtenfels zugeordnet werden.
Die Vermutung liegt nahe, dass der 20-Jährige das Diebesgut weiter verkaufen wollte. Dazu Michael Paul: Ob es sich um gewerbsmäßigen Diebstahl handle, liege im Bereich der Spekulation. Man habe in diese Richtung ermittelt, aber bisher keine Anhaltspunkte dafür gefunden.