Zur Premiere des 30-minütigen Actionfilms "Die Entführung", den eine Gruppe von Menschen mit Behinderungen gedreht hat, waren neben den Hauptdarstellern auch viele Gäste der Einladung gefolgt. Dieser "FED - Film", den der Verein Hilfe für das behinderte Kind Coburg produziert hat, ist auf YouTube unter "FED - Film Offene Hilfen" zu sehen. Der Link lautet: https://www.youtube.com/
watch?v=UYEzqvWXcis.
Worum geht es? Die Tochter einer wichtigen Wissenschaftlerin wird entführt. Hat die Entführung etwas mit ihrer Arbeit zu tun? Kann die Polizei helfen?
Es sei schon etwas Besonderes und nicht gerade üblich, wenn Menschen mit Behinderungen einen Film drehen, sagte Sozialpädagoge und Regisseur Arkadiusz Paluszek. Aus der Theatergruppe sei die Filmgruppe hervorgegangen, da die Mitwirkenden Filmen einfach cooler finden, erklärte Arkadiusz Paluszek.


Kurze Texte

Beim Film könnten die Menschen mit geistiger Behinderung einen kurzen Text sagen und die Szenen könnten öfters gedreht werden. "Ich selbst liebe Kino, und so fand ich die Idee, einen Film zu drehen, absolut spitze."


Einfache Technik

Die Szenen seien bei dem Film bewusst kurz gestaltet worden und neben dem Schauspielen hätten sich alle auch einmal als Kameramann oder Kamerafrau einbringen können. Die Aufnahmen seien mit iPhones und iPads gemacht worden, und gerade diese einfachen Aufnahmetechniken hätten alle beherrscht.
Bewusst, so Arkadiusz Paluszek, sei auch in der Öffentlichkeit, wie in Cafés oder in einer Pizzeria, gedreht worden, um den Darstellern damit auch Mut zu machen. Allein der fünfminütige Dreh des Sondereinsatzkommandos (SEK) habe gut sechs Stunden in Anspruch genommen. Bei den Filmaufnahmen hätten sie auch Besuch von der richtigen Polizei bekommen, die von besorgten Anwohnern alarmiert worden war.


Alle hatten großen Spaß

"Auch erwachsene Menschen mit einer geistigen Behinderung möchten Spaß haben", umschrieb Arkadiusz Paluszek die Motivation, diesen Film zu drehen. Der Filmdreh habe allen große Freude bereitet. Vom Mai bis in den Herbst des vergangenen Jahres sei gedreht worden, und so seien gut 50 Stunden Filmmaterial zusammengekommen. Arkadiusz Paluszek hat dann die Nachbearbeitung übernommen und den Film fertiggestellt.


Wer ist dabei?

Rollen als Schauspieler hatten Kunden oder Mitarbeiter der Offenen Hilfen (FED), der OBO (Offene Behindertenarbeit Oberfranken), der Eigentümer der Pizzeria Santa Lucia, Domenico Marano (spielt sich selbst), und das SEK-Team sowie die Mitglieder des Vereins Airsoft Freunde Sonneberg übernommen. Mitgewirkt haben: Frank Kath, Jasmin Löhnert, Karina Szymaniec, Alina Zindl, Gitte Sölch, Elias Errico, Leon Drews, Felix Josch und Andreas Richter. Maria Eisl studiert an der Hochschule Soziale Arbeit, moderierte das Premierenprogramm und interviewte auch die Schauspieler.
Die Band Mix Music gestaltete die Filmpremiere musikalisch. des