von unserer Mitarbeiterin Adriane Lochner

Sanspareil — Wie wurde im 15. Jahrhundert gegessen, gekämpft, gearbeitet und gespielt? Ein Bild davon konnten sich die Besucher am Wochenende auf der Burg Zwernitz machen. Unter dem Motto "Lebendiges Mittelalter" war in Sanspareil die Arbeitsgemeinschaft Sanguis et Aurum zu Gast, die gemeinsam mit befreundeten Darstellern und Vereinen dem alten Gemäuer Leben einhauchte.
"Mittelalter ist unser Hobby", sagte Veranstalterin Tanja Ratmann. Mit ihrem Mann Michael hat sie anfangs Mittelalter-Märkte besucht. "Viele waren nicht authentisch, und wir haben selbst angefangen zu recherchieren", so die 42-Jährige. Mit Gleichgesinnten habe man eine Burg gesucht, auf der man das bürgerliche und militärische Leben vor der richtigen Kulisse darstellen konnte - und die wurde mit der Burg Zwernitz gefunden. Dort fand nun schon zum siebten Mal eine Burgbelebung statt, eine Museumsveranstaltung zum Erleben, Anfassen und Ausprobieren - Verkaufsstände gibt es nicht.


Überlieferte Rezepte

Jahrelang haben die Darsteller recherchiert, um das Alltagsleben so detailgetreu wie möglich nachzustellen. Der Koch bediente sich überlieferter Rezepturen, ohne Tomaten oder Kartoffeln, denn die gab es damals nicht. Er sagte: "Das Fleisch hat man gemahlen, weil es oft zäh war und Leute mit 30 Jahren kaum noch Zähne hatten."
In Sanspareil schneiderten und nähten die Darsteller ihre Kleidung auch. Jedes Jahr steht ein anderes Thema im Fokus. Dieses Mal waren es mittelalterliche Spiele. Erwachsene und Kinder durften Tonfiguren, Puppen und Brettspiele ausprobieren. Letztere hatten Namen wie Alquerque oder Kurierschach. Aidan (7), Sohn der Ratmanns, ist ebenfalls unter den Darstellern. Stolz zeigte er seine Lieblingsspielsachen: ein Steckenpferd und eine hölzerne Streitaxt.