Coburg — "Gemeinsam einen Mehrwert bieten" lautete das Motto der Auftaktveranstaltung der AzubiAkademie im Landratsamt Coburg. Auf Initiative des Projektes "Zukunftscoach" und des Bundes der Selbstständigen Bayern (BDS) trafen sich die interessierten Unternehmen. Ziel des Projektes ist es, auch kleineren und mittelständischen Unternehmen eine Möglichkeit zu geben, ihre Auszubildenden ohne zusätzlichen Kostenaufwand zu fördern.
"In der IT-Branche haben wir es als mittelständisches Unternehmen massiv gemerkt: Die Großen sind wie ein Magnet und haben die Azubis weggekauft", so Ingolf Brauner, Präsident des Bundes der Selbstständigen und Initiator der AzubiAkademie. "Ich habe mir gedacht, wir müssen mehr für unsere Azubis tun." Gleichzeitig habe er sich gewünscht, dass jeder Mitarbeiter auch ein wenig Unternehmer sei - "die Konsequenzen des Handelns einschätzen, über den Tellerrand schauen. Das fängt bei den Azubis an."
Also führte Brauner bei sich im Unternehmen zwei Mal pro Monat Seminare durch, in denen er seinen Azubis das beibrachte, was sie im Berufsalltag oder in der Berufsschule nicht lernten. Zunächst tat er sich mit einem befreundeten Unternehmer zusammen. Bei einem Bier entschieden die beiden, das Projekt auf größere Beine zu stellen: 2006 begannen sechs Betriebe mit der Kooperation, heute machen 18 Betriebe mit. Bayernweit soll dieses Jahr noch die Marke von 1000 Azubis geknackt werden.
Aber wie funktioniert die AzubiAkademie? Interessierte Unternehmen tun sich zusammen und bieten ihren Auszubildenden alle zwei bis drei Wochen eine Unterrichtseinheit von etwa drei Stunden an. Die Azubis treffen sich zum Betriebsunterricht, der abwechselnd von und in den beteiligten Unternehmen gehalten wird. So kann die Akademie kostenlos arbeiten. Die Themen - vom "Basistraining Telefonieren", "Business English" über "Datenschutz" oder "Neue Medien richtig einsetzen", bis zu "Organisieren am Arbeitsplatz" - werden gemeinsam vereinbart und von einem Praktiker vermittelt.
"Nur da, wo Unternehmen auf entsprechend qualifiziertes Personal zurückgreifen können, ist die Zukunft einer Region auf lange Sicht hin gesichert", betonte Linda Halb, Zukunftscoach der Wirtschaftsförderung des Landkreises Coburg und Projektkoordinatorin.