Beim Frühjahrskonzert der Jugendkapelle Aurachtal in der Schulturnhalle war nahezu das ganze Tierreich versammelt, zumindest musikalisch in Form zahlreicher Plüschtiere und verkleideter junger Musiker.
Den Titel "Ein tierisches Vergnügen" hatten sich die vier Orchester unter der Leitung von Christine Pölloth und Wolfram Heinlein selbst ausgesucht, und die jungen Orchestermitglieder hatten ihre Kuscheltiere rund um die Bühne platziert. Erstmals präsentierte sich auch das Orchester "Nachschlag" den Konzertbesuchern mit "Ein Tag auf dem Bauernhof" von Jacob de Haan. Dabei hatten nicht nur die Musiker viel Spaß, sondern auch die Zuhörer, die dabei von der Katze bis zur Kuh alle Tiere eines Bauernhofes musikalisch, aber auch in Form maskierter Musiker kennenlernten. Das Orchester wird von Christine Pölloth betreut und in ihm finden sich vor allem "Wiederein-steiger", die nach einigen Jahren Pause wieder zum Instrument greifen.
Mit den "Teachers crazy nightmare clefs", abgekürzt TCNCs, präsentierte sich eine weitere Formation der Aurachtaler, und die Zuhörer wurden gebeten, die Füße hochzunehmen und alles Süße zu verstecken, denn es wurde ein Ameisenheer angekündigt. Insbesondere Schlagzeugeffekte kündigten das durch die Halle marschierende Ameisenheer an. Mit "Des Lehrers verrückte Albtraum-Notenschlüssel" versuchte Moderator Andreas Krome den Namen der Formation zu übersetzen, den sich die jungen Musiker selbst gegeben haben.
In der Tierwelt dürfen natürlich auch Affen und Reptilien nicht fehlen. Die tanzten dann beim "Affen-Rock" und "Reptilien" durch die Halle. Eine Beschreibung zu den Stücken gibt es eigentlich nicht, meinte der Moderator, und die Besucher sollten selbst herausfinden, welche Tiere da gerade rocken.


Vom Zoo in die Anden

Vor der Pause enterte mit "Crooked Notes and Chromatic Craftsmen", abgekürzt CNCCs, die dritte Formation die Bühne in der gut besetzten Halle und lud zum sechssätzigen "Zoo-Ball" ein. Jetzt kamen auch Nilpferde, eine Black Mamba und der Tiger-Rag sowie weitere Exoten zum Einsatz. Die doch etwas ungewöhnlichen und auch nicht leicht auszusprechenden Orchesternamen suchten sich die jungen Musiker selbst aus und sie sind auch auf ihren Jacken und Shirts zu lesen. "Manchmal fällt ihnen der Name selbst nicht mehr ein", lachte Dirigentin Christine Pölloth.
Auf eine Expedition in die Anden begab sich dann das Hauptorchester mit "Tintin, Prisoners of the Sun" von Johan de Meij. Der belgische Komponist schrieb ein Musical, das auf den Geschichten "Die sieben Kristallkugeln" und "Der Sonnentempel" basiert.
Mit dem viersätzigen "Der Wind in den Weiden" von Johan de Meij wurden Ratte, Maulwurf, Dachs und Kröte dann vom Hauptorchester der Jugendkapelle vorgestellt. In dem Werk ist zu Beginn der Fluss, der durch die Heimat der Tiere fließt, immer wieder Schauplatz fröhlicher Bootsfahrten. Ratte und Maulwurf sind unzertrennliche Freunde und ihre gegensätzlichen Charaktere setzte das Orchester musikalisch um. Derhochnäsige "Herr Kröterich" ist ein Fall für sich und bringt sich immer wieder in knifflige Situationen, wenn er mit gestohlenen Autos Schäden verursacht. Mit einer triumphalen Parade feiern die Freunde schließlich mit "Die Rückkehr von Ulysses" die
Rückeroberung des Krötenpalastes.
Aber es gab noch einen weiteren Ort, an dem neben Akrobaten und Clowns Tiere als Hauptattraktion nicht wegzudenken sind. Die Zirkusmusik ist eine ganz eigene Musik, und zu den bekanntesten Titeln gehört zweifellos "Zirkus Renz" von Gustav Peter und Ralf Schneebiegl. Das Stück ist insbesondere bekannt durch das schnelle Xylophon-Solo. Der junge Musiker Tom Wagner brillierte dabei als Solist und bekam dafür stürmischen Beifall.
Auch das letzte Stück des Konzertes, "Tiroler Adler", hatte mit einem Tier zu tun, nämlich dem Wappentier von Tirol. So wie der Adler gleitet, so verging auch das Konzert wie im Flug. Zu einer Zugabe, passend zum späten Abend ein Schlaflied, ließ sich das Orchester noch bewegen. "Ich habe den Kindern versprochen, pünktlich aufzuhören, deswegen gibt es auch nur eine Zugabe", erklärte Wolfram Heinlein am Ende.
Richard Sänger