Höchstadt — Ein Konzert zu Ehren des Höchstadter Orgelvirtuosen Gabriel Konjaev findet am Freitag, 28. November, um 19.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Georg statt. Konjaev vollendet dieser Tage sein 65. Lebensjahr. Anlass genug für die Mitglieder vom Organistenteam der Stadtpfarrkirche, ihrem geschätzten Kollegen musikalisch zu gratulieren.
Konjaev wurde am 30. November 1949 in Tiflis (Georgien) geboren. Bereits seit seinem sechsten Lebensjahr erhielt er Klavierunterricht. Von 1964 bis 1968 studierte er am dortigen Konservatorium das Fach Klavier. Er schloss sein Diplom mit Auszeichnung ab.
An der staatlichen Musikhochschule studierte er anschließend neben Klavier auch Orgel und schloss 1975 mit der höchsten Auszeichnung als Konzertorganist bei der russischen Orgelkoriphäe Eteri Mgaloblischwili ab. Am Moskauer Konservatorium erfolgte noch das Aufbaustudium der Meisterklasse.

Seit 1995 in Deutschland

Mit diesen Fähigkeiten ausgestattet, war es keine Überraschung, dass Konjaev als Kathedralorganist nach Pizunda (Georgien) berufen wurde. Von 1976 bis 1993 begann neben seinen beruflichen Einsätzen eine rege Konzerttätigkeit in Russland und in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Im Bachjahr 1985 interpretierte er das gesamte Orgelwerk von Johann Sebastian Bach in einem Zyklus von 18 Konzerten. In seiner Heimat erhielt Konjaev zahlreiche kulturelle Auszeichnungen und spielte mit berühmten Orchestern und Dirigenten - darunter Kurt Masur - CD-Aufnahmen ein.
Seit 1995 lebt Konjaev in Deutschland, wo er zunächst ein Jahr an der Johanniskirche in Ingolstadt wirkte, bevor er 1997 als freischaffender Musiker und Kantor der Christuskirche nach Höchstadt kam. Dort leitet er den Kirchen- und Posaunenchor. Auch den Gesangverein Liederkranz betreut Konjaev musikalisch zusammen mit seiner Frau Irina. Viele Benefizkonzerte für die neue Schucke-Orgel der Christuskirche spielte Konjaev in der Höchstadter Stadtpfarrkirche, so dass es ihm nicht schwer fiel, sich 2002 dem Organistenteam der St.-Georgs-Pfarrei anzuschließen.
Auch von Höchstadt aus setzte Gabriel Konjaev seine Konzerttätigkeit im In-und Ausland fort. Nach Frankreich, Italien, Tschechien, in die Slowakei, nach Dänemark, Rumänien und Irland führten ihn genauso Konzerteinladungen wie nach Mexiko oder nach Russland.
Konjaev beteiligte sich schon mehrmals an der Orgelkonzertreihe im Bamberger Kaiserdom und spielte auch bei der Einweihung der neuen Orgel im Kulturzentrum von Höchstadts russischer Partnerstadt Krasnogorsk. Einige Male begleitete Konjaev auch die Regensburger Domspatzen bei Konzerten. Mehrmals bereits trat Konjaev auch im Vatikan zu verschiedenen herausragenden Ereignissen auf.
Bei steigender Nachfrage nach seiner Konzerttätigkeit und großem Interesse an seinem Orgelspiel ist für Gabriel Konjaev klar: 65 Jahre heißt nicht Ruhestand, sondern Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt mit interessanten musikalischen Herausforderungen. Vielleicht wird er am Freitagabend in St. Georg ja auch selbst unter Beweis stellen, wie virtuos sein Können ist. Die Organisten, die das Konzert gestalten, und ein Überraschungsgast werden sicher nichts dagegen haben. LM