Mit Karl Müller konnte ein echtes Weismainer Urgestein seinen 90. Geburtstag feiern. Jahrzehnte lang arbeitete er als stellvertretender Kommandant, zusammen mit Hans Weidner und Günter Konrad an der Spitze der freiwilligen Feuerwehr in Weismain. "Er war für jüngere Generationen ein gutes Beispiel", erklärt der Weismainer Kreisbrandinspektor Gerd Bauer. "Ihm war keine Arbeit zu viel, er hatte für alle ein offenes Ohr und war immer da, wenn er gebraucht wurde." Für seine 60-jährige Tätigkeit in der Weismainer Wehr wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft angetragen.
Auch die Soldatenkameradschaft Weismain hatte ihr Ehrenmitglied zu seinem großen Geburtstagsfest nicht vergessen. Über 20 uniformierte Mitglieder überraschten ihn mit einem gelungenen Ständchen.
Im Zweiten Weltkrieg war er bei einem Nachhutbataillon in Breslau-Zittau stationiert gewesen. Dankbar zeigt er sich heute noch, dass er nicht oft mit dem Frontgeschehen konfrontiert worden war. Die Mitgliedschaft in der Soldatenkameradschaft war für ihn immer ein Stück des "Nicht-Vergessens dieser schlimmen Zeit und das Glück, in Frieden leben zu dürfen" .
Vorsitzender Alexander Müller zeigte sich dankbar, einen Karl Müller immer in ihren Reihen zu wissen. So wurde er für 50 Jahre Zugehörigkeit zum Bayerischen Soldatenbund 1874 geehrt und mit dem Verdienstkreuz erster und zweiter Klasse bedacht. Ehrenmitglied ist er seit 1998. Die Verdienstnadel mit goldenem Eichenkranz und die hohe Auszeichnung der Ehrenurkunde für Kriegsteilnehmer erhielt er 2009.
Mit einem Ständchen unter der Leitung von Gerhard Mager gratulierte auch die Weismainer Blasmusik ihrem Wiedergründungsmitglied aus dem Jahre 1963. Auch Bürgermeister Udo Dauer reihte sich in den Glückwunschreigen ein: "Menschen wie Karl Müller sind ein Vorbild in unserer Gesellschaft", lobte das Stadtoberhaupt.
"Als ich nach dem Krieg von Görau nach Weismain kam und eine Familie gründete, war dies in einer Zeit, wo man noch als Auswärtiger galt und sich erst profilieren musste. Das war nicht immer leicht", sagt Müller.
Aber auch das und mancher Schicksalsschlag, wie der Tod seiner Frau im Jahre 2003 konnten ihn nicht aus der Ruhe bringen. Bis zu seiner Pensionierung war er 40 Jahre in der damaligen Brauerei Obendorfer tätig. Zusammen mit seinen drei Söhnen vier Enkeln mit Partnerinnen und der kleinen Urenkelin verbringt er nun seinen Lebensabend. rdi