Anna Lienhardt

Die Laufbegeisterten stehen in den Startlöchern - denn wer 2017 bei Bambergs größtem Laufereignis dabei sein möchte, muss schon 2016 aufpassen. Genauer gesagt am Mittwoch, 5. Oktober. Denn ab 6 Uhr morgens können sich die Sportler auf der Internetseite www.weltkulturerbelauf.de für eben diesen anmelden - und zwar nur dort.
Zu viel Zeit lassen sollte man sich nicht, denn erfahrungsgemäß sind vor allem der Halbmarathon und die 10,9-Kilometer-Distanz innerhalb kürzester Zeit ausgebucht: Vor zwei Jahren dauerte es gerade mal einen (Sparkassen-Lauf) beziehungsweise drei Tage (Brose-Lauf), bis alles voll war. Viele Fans kommen immer wieder, wer einmal mitgemacht hat, freut sich schon auf den kommenden Lauf.
"Die Leute erwarten dabei immer die gleiche Strecke. Sie wollen ihre Zeit zum Lauf von vor zwei Jahren vergleichen", weiß Carlo Schramm aus dem Organisationsteam. "Unser Grundprinzip ist, möglichst wenig zu ändern." Zum einen, weil die Strecken bewusst an den "Krachern und Highlights" Bambergs vorbeiführten. Zum andern, weil sich die Verläufe bewährt haben.


Baustellen zu berücksichtigen

Allerdings: Es gilt immer, auf die Baustellen zu achten. Eine aktuelle bringt nach ihrem Abschluss den Läufern voraussichtlich eine Verbesserung: Über die Bodenplatten des Barrierefrei-Streifens auf der Oberen Brücke sprintet es sich einfacher als über das ehemals holprige Kopfsteinpflaster. "Wir haben derzeit vor allem eine andere Baustelle im Visier: die Unteren Mühlen", sagt Schramm.
Der Abbau der Sterzersmühle im Herzen der Welterbes ist in vollem Gange, der Beginn eines Großprojektes: Hier sollen ein Kraftwerk und das Welterbezentrum entstehen.
Die Brücke vor der Mühle, auf der die Strecken von Halbmarathon und 10,9-Kilometer-Distanz vorbeiführen, wird früher oder später gesperrt. "Wir befinden uns aktuell in Gesprächen, ob wir das am Lauf-Wochenende vielleicht öffnen können", sagt Schramm vom Orga-Team des WKEL. Im Zweifelsfall könne es sein, dass sich die Streckenführung ein Stück ändert.
Ebenfalls geändert hat sich etwas hinter den Kulissen, das die Teilnehmer im Geldbeutel merken - zum Glück nur ein kleines bisschen: Die Startgebühren bei den Erwachsenen-Läufen sind um zwei Euro leicht gestiegen. Das liegt einerseits daran, dass der Deutsche Leichtathletikverband neuerdings für jeden genehmigten Lauf vom Veranstalter eine Gebühr verlangt, und zwar 50 Cent pro Teilnehmer. Hinzu kommen steigende Kosten bei den T-Shirts und Stoffbeuteln. "Wenn man da überall nur ein paar Cent mehr hat, kommt schnell was zusammen", merkt Schramm an.
Generell liegt der Weltkulturerbelauf im Vergleich mit anderen bei den Kosten noch im unteren Bereich.


Hundertschaft der Polizei

Nicht erst seit den Terror-Anschlägen und Amokläufen in jüngster Vergangenheit ein Thema: das Sicherheitskonzept. Nachdem die Bereitschaftspolizei vor zwei Jahren zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau abgezogen worden war, hat sie für 2017 in Bamberg wieder mit einer Hundertschaft zugesagt. "Wir sind überproportional versorgt", merkt Schramm an.
Überhaupt sind insgesamt 1500 Helfer im Einsatz, neben der Polizei etliche Vereine sowie Mitglieder der Feuerwehren, des THW, des BRK, der Wasserwacht und andere Helfergruppen. "Die Anforderungen werden immer größer", merkt der Orga-Mann an.
Es wird alles getan, damit Sportbegeisterte einen schönen Lauf genießen können. Bei jenem von vor zwei Jahren gab es übrigens so wenig Zwischenfälle und Verletzungen wie noch nie. Damit das so bleibt, gibt Carlo Schramm die Empfehlung: Trainieren und nicht überschätzen! "Das ist keine leichte Strecke."