Norbert Felgenhauer

"Ich war immer überzeugt, dass wir das noch drehen können", erzählt Philipp Markof. "Wir waren am Ende läuferisch und kämpferisch klar besser." Doch im Fußball zählen die Tore, und darauf mussten Spieler, Verantwortliche und Fans des TV Königsberg lange warten. Erst in der 94. Minute fiel das 1:1 im Auftaktspiel des Aufsteigers gegen den FC Röthlein/Schwebheim durch Markof.
Apropos lange warten: Es war ein fast schon historischer Treffer. Nicht nur der erste in der Saison nach dem Aufstieg, sondern der erste in der Kreisliga nach mehr als 60 Jahren. 1956, als die oberste Klasse im Kreis noch A-Klasse hieß, hatte der TVK dort seinen bis zum vergangenen Sonntag letzten Auftritt. "Julius Kirchner hat den Ball quer gelegt, und mit diesem Tor hat sich die ganze Mannschaft belohnt", beschreibt der Schütze den Treffer. Entsprechend ausgelassen war der Jubel - und nach dem Abpfiff, verrät Markof, wurde der Punktgewinn auch gebührend gefeiert.
Bereits in der Meisterschaftssaison der Königsberger, seiner ersten bei den Herren, die er im Alter von 17 Jahren begann, glänzte der Stürmer mit 17 Treffern und war damit zweiter-
folgreichster Angreifer nach Manuel Voigtmann. Letzterer fehlt dem Team wegen einer Verletzung wohl noch einige Wochen, so dass der mittlerweile 18-jährige Markof im Sturmzentrum noch mehr im Blickpunkt steht. "Ich spiele gerne mit Manuel, es tut meinem Spiel gut, wenn er auf dem Platz steht. Ich verstehe mich gut mit ihm", erklärt Markof. "Dass er nicht dabei sein kann, müssen wir irgendwie wegstecken."
Von der spielerischen Leistung her sei dies gegen Röthlein recht gut gelungen, "wir waren spielerisch gut, haben gut verschoben und sind viel gelaufen", sagt der Nachwuchsstürmer, der in Hellingen wohnt, beim TV Königsberg mit dem Fußballspielen begonnen hat und nach einigen Jahren beim SV Friesenhausen und 1. FC Haßfurt im Vorjahr wieder zu seinem Heimatverein zurückgekehrt ist.
Und dort gefällt es ihm sehr gut. "Die Kameradschaft und der Zusammenhalt sind bestens, wir sind ein Haufen, in dem jeder mitzieht und sich alle gut verstehen", sagt Markof. Für die Herausforderung Kreisliga sieht er seine Mannschaft deshalb gut vorbereitet. "Wir haben es jetzt mit spielerisch stärkeren Mannschaften zu tun, die mitspielen. Das liegt uns besser, als es in der Kreisklasse der Fall war, wo die meisten Gegner hinten drin gestanden haben." Und dass der TVK spielerisch durchaus mithalten kann, habe schon der erste Vergleich mit dem Bezirksliga-Absteiger aus Röthlein gezeigt. Verbesserungsfähig sei aber noch die Trefferausbeute: "Wir müssen auch mal aus zwei Chancen zwei Tore machen und nicht erst im dritten Anlauf treffen", sagt er.
Ein persönliches Ziel, wie viele Tore er in dieser Saison in der Kreisliga schießen will, habe er sich nicht gesetzt, sagt der 18-Jährige, "die Mannschaft steht im Vordergrund." Und das soll vorerst auch so bleiben. Auch wenn Torjäger gesucht sind und es schon Anfragen gegeben habe, sei ein Vereinswechsel derzeit für ihn "kein Thema".