Coburg — Es wurde das erwartet schwere Spiel, aber der HSC 2000 Coburg II setzte gegen den spielstarken TSV Unterhaching ein Zeichen, glaubte trotz einiger Ausfälle an sich und holte am Ende nicht nur den verdienten knappen 27:26-Sieg heraus, sondern übernahm damit auch die Tabellenführung.
Hilfreich, dass die Coburger allein ganz vorne stehen, war der 27:26-Auswärtssieg von TSV Friedberg beim bisherigen Ersten in Haunstetten, der nun mit zwei Punkten Abstand der HSC-Reserve folgt und in zwei Wochen beim HSC II gastiert. Dritter bleibt Friedberg, das seine Chance nutzte, denn der 3. Liga-absteiger wäre bei einer Niederlage weit zurückgefallen.
DJK Waldbüttelbrunn, im Vorfeld der Saison zusammen mit Friedberg einer den Titelaspiranten, pirscht sich mit dem 27:24-Erfolg bei Sulzbach-Rosenberg langsam nach vorn und ist im Saisonverlauf sicherlich auch im Kampf um den Titel zu erwarten, wie fast ein halbes Dutzend anderer Mannschaften auch. Im Moment betrachtet die Mannschaft von Trainer Ralf Baucke alles von der Pole Position und mit der berechtigten Aussicht, um die Meisterschaft kräftig mitmischen zu können.
SG DJK Rimpar II ist mit seiner 22:31-Niederlage bei der TG Landshut etwas abgefallen, während HaSpo Bayreuth II mit dem 35:23-Sieg gegen TV Erlangen-Bruck offensichtlich zum Vormarsch geblasen hat.


Guter Start

Coburg zeigte sich von Beginn gegen seinen direkten Hintermann gut gerüstet und hat das Fehlen von vier Stammspielern (Franke, Heil, Karapetjan und Wucherpfennig) mit großem Einsatzwillen kompensiert. Mit gleichem Kampfgeist aber auch die Oberbayern, die vor allem mit ihrem schnellen Angriff und einer kompakten und kompromisslosen Abwehr versuchten, die Gastgeber in den Griff zu bekommen.
Coburg setzte ein ruhigeres Angriffsspiel dagegen und hielt den Gegner mit überraschenden Würfen, Kontertoren und einem wieder glänzend aufgelegten TW Jonas Faber hinter einer aufmerksamen Deckung recht gut in Schach. Lediglich mit Emil Kottmeir gab es einige Probleme, der über die gesamte Spielzeit nicht so richtig ausgeschaltet werden konnte und mit seinen neun Toren im Verbund mit Routinier Johannes Borschel (10 Treffer) die Gäste immer wieder im Spiel hielt.
So entwickelte sich eine überaus spannende und gutklassige Begegnung mit einem enormen Einsatzwillen auf beiden Seiten und hohem Nervenkitzel bei den reichlichen Fans. Mit dem 0:1 eröffnete Haching das Spiel, das Coburg mit 3:1 und 5:3 in Vorteil sah, ehe es beim 5:5 zum ersten Gleichstand kam. Über 8:6 mit schönem Konter durch Fichtner und Rivera (10:7) blieb Coburg bis zum 11:7 in sicherer Vorhand. Dann waren wieder die Gäste am Drücker, die in der 31. Minute beim 13:12 gefährlich nahe kamen.
Tore blieben nach dem 15:14 auf Grund aufmerksamer Deckungsreihen und guter Torwartleistungen Mangelware, auch mit kleinen Fehlern auf beiden Seiten. Nach dem 16:14 ein böses Foul am durchgebrochenen Kirchner - nur Gelb.
Nach nur vier Toren innerhalb von zwölf Minuten ein weiterer Treffer von Troppmann, und nach dem 19:16 ging es Schlag auf Schlag. Zunächst knallte Kirchner den Ball an den Pfosten, und die Partie wurde etwas hektischer. Glück für Coburg, dass die Gäste keinen Nutzen aus einzelnen HSC-Fehlern zogen, sondern diese prompt erwiderten. Rivera und Baucke hielten mit 20:18 und 21:19 den knappen Vorsprung.
Mit Glanzleistungen, Siebenmeter und Nachschuss gehalten, bewahrte TW Tim Titze vor dem Gleichstand zum 21:21 (50.). Beide Mannschaften hatten trotz des aufwändigen Spiels in der Schlussphase sogar noch zuzusetzen. Coburg verlor aber nicht den Kopf. Zwei Kracher von Baucke und das 24:21 von Rivera brachten trotz allem noch keine Sicherheit in die Reihen des HSC II, der den Gegner auf 24:23 (55.) herankommen lassen musste, aber durch Rivera im Gegenzug den Zwei Tore-Vorsprung herstellte. Die Zeitstrafe von Rivera (57.) steckte Coburg mit erhöhter Aufmerksamkeit weg. Der danach mit dem 26:24 seine Erfahrung wiederholt ausspielte und die letzten 56 Sekunden nach der 3. Zeitstrafe zum Zuschauen verurteilt wurde. 13 Sekunden vor dem Abpfiff fiel das erlösende 27:25 durch Andersson, sodass der 26. Gegentreffer kaum noch wahrgenommen wurde.
Es war eine tolle Partie, in der alle ihr Teilchen beigetragen haben. Sie wurde gegen einen alles in allem gleichwertigen Gegner nicht unverdient gewonnen.


Stimmen zum Spiel

HSC-Trainer Ralf Baucke: "Meine Mannschaft hat ohne Ausnahme bravourös gekämpft und die Leistung wurde am Ende auch belohnt. Unterhaching konnte sich nicht richtig auf das geduldige Angriffsspiel einstellen. Ein Spitzenspiel der Liga mit einem nie aufgebenden Gegner, der uns das Leben sehr schwer machte. Aber unser Team glaubte trotz fehlender Stammspieler an sich, und das war letztlich der Ausschlag zum Sieg."
HSC-Spieler Christian Troppmann (2 Treffer): "Nach den Ausfällen von Franke und Karapetjan sind wir gut in die Partie gekommen. Man merkte, dass die Mannschaft noch enger zusammenrückte, um das Spiel zu gewinnen. Wenig technische Fehler und Fehlwürfe, sowie eine geschlossenen Mannschaftsleistung brachte den viel umjubelten Heimsieg gegen Unterhaching. Durch die gleichzeitige Niederlage von Haunstetten ist man jetzt sogar alleiniger Tabellenführer." ebi