von unserem Mitarbeiter Gerd Fleischmann

Stockheim — Bei einem Informationsbesuch des Stockheimer Gemeinderats im bergbaulichen Magazin konnte Werner Badum, Leiter des Geoparks Schieferland, mitteilen, dass für die Freilegung und Sicherung des Geotops aus europäischen Mitteln 30 000 Euro zur Verfügung gestellt werden.
Aufgrund von Witterungseinflüssen wurde das etwa zwei Meter starke, freigelegte Kohlenflöz durch Gesteinsgeröll beschädigt. Das Ratsgremium mit Bürgermeister Rainer Detsch (FW), Gregor Förtsch (Vorsitzender des Fördervereins Bergbaugeschichte) sowie Ortsheimatpfleger Gerd Fleischmann waren sich einig, dass mit der Realisierung dieser Maßnahme eine Aufwertung der Stockheimer Bergbauhistorie erfolgen würde.
Immerhin wird seit zwei Jahren durch Knappenverein, Förderverein Bergbaugeschichte und Bergmannskapelle an einem bergbaulichen Magazin gearbeitet, in dem die 400-jährige Bergbaugeschichte dokumentiert wird. Diese Vorstufe zu einem Bergbaumuseum hat sich dank einiger freiwilliger Helfer und mit finanzieller Unterstützung durch die Gemeinde Stockheim sehr gut entwickelt, waren sich die Räte bei der Besichtigung einig.
Der Abbau der Steinkohle in Stockheim, Reitsch und Neuhaus gab Tausenden von Männern und Burschen Arbeit und Brot. Es war deshalb den Initiatoren dieser Arbeitsgemeinschaft wichtig, Gezähe und Geleucht, Fotos, Dokumente und größere Relikte wie beispielsweise Teufkübel und Drahtseilbahnwägelchen der Nachwelt zu erhalten.
Darüber hinaus ist Stockheim in der glücklichen Lage, maßstabsgerechte Modelle verschiedener bergbaulicher Anlagen sowie eine Dampfmaschine von 1847 zu präsentieren. Den Heimatkundlern stehen im Dachbereich des gemeindlichen Bauhofes 230 Quadratmeter Fläche zur Verfügung.

Ausbaufortschritt erfreut

Bürgermeister Rainer Detsch und die Gemeinderäte zeigten sich erfreut über den Ausbaufortschritt. Die Bemühungen zeigten recht deutlich, dass in guter Gemeinschaft viel erreicht werden könne. Schließlich habe auch das Bergamt Bayreuth, so Detsch, großes Interesse an Stockheim gezeigt. Neben dem Alleinstellungsmerkmal "Steinkohle" sei noch genügend Potenzial vorhanden, im Hinblick auf den Tourismus zu punkten. Eine wichtige Ergänzung sei auch der geplante Hotelneubau in Neukenroth, betonte der Bürgermeister.
Gregor Förtsch, Vorsitzender des 74 Mitglieder starken Fördervereins Bergbaugeschichte, skizzierte die Entwicklung des Fördervereins. Aufgrund einer Ausstellung in der Neukenrother Zecherhalle im Jahre 2004 mit an die 2000 Besucher sei man zur der Erkenntnis gelangt, dass für die Konservierung der Bergbaugeschichte eine ganzjährige Basis geschaffen werden müsse. Zwischenzeitlich habe man Bergmannsfeste, Wallfahrten nach Vierzehnheiligen, die bergmännische Weihnacht sowie den Bergbauerlebnispfad "Dachsbau" realisiert. Außerdem sei ein bergmännischer Rundwanderweg nach Neuhaus-Schierschnitz mit 28 Stationen vorhanden. Mittlerweile zähle auch Stockheim zu der Qualitätswanderregion. Schließlich habe der Förderverein einen Überkopflader mit Kohlenhunten (Karren) erworben, um dadurch das Gelände der ehemaligen Katharinazeche attraktiver zu gestalten. Der vom Knappenverein geschaffene Bergmannsstollen sei eine weitere wichtige Ergänzung.
Bürgermeister Detsch zeigte sich zuversichtlich, dass die Darstellung der bergmännischen Historie Zug um Zug realisiert wird. Als weitere Maßnahme könne er sich eine Festplatzerweiterung sowie die Errichtung eines Musikpavillons vorstellen. "Wir wollen beweisen, dass etwas geht."