von unserer Mitarbeiterin 
Marion Krüger-Hundrup

Bamberg — Karlheinz Bystry, 27 Jahre lang Hausverwalter in Asylbewerberunterkünften im Raum Bamberg, Ebermannstadt und Forchheim, sagte selbst, dass er kein Mann der großen Worte sei. Doch sein Dank für die Auszeichnung kam von Herzen und klang erfreut: "Für mich war die Arbeit immer etwas Normales", wiegelte der 60-Jährige dennoch die anerkennende Laudatio bescheiden ab, die Norbert Kern auf ihn gehalten hatte.
Der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werkes Bamberg-Forchheim hatte im Namen der weiteren Bamberger Wohlfahrtsverbände Arbeiterwohlfahrt, Bayerisches Rotes Kreuz, Caritas und Sozialdienst katholischer Frauen Karlheinz Bystry den von ihnen gestifteten Sozialpreis 2014 verliehen. Dieser nicht dotierte Preis besteht aus einer Urkunde und einer künstlerisch gestalteten Glasstele. Der Sozialpreis der Wohlfahrtsverbände in der Stadt Bamberg wird seit 2004 alle zwei Jahre an Personen, Institutionen und Organisationen vergeben, die in herausragender Weise die sozialen Aktivitäten der Wohlfahrtsverbände und die von ihnen betreuten Menschen gefördert haben.

"Mehr getan als erwartet"

"Karlheinz Bystry hat sich weit über seinen beruflichen Bereich hinaus menschlich und sozial um die Menschen gekümmert", erklärte Laudator Norbert Kern. Bystry habe "mehr getan, als was man von einem Hausverwalter erwartet", also nicht nur "Glühbirnen ausgetauscht und das Haus in Ordnung gehalten", sondern etwa Feste für die Bewohner organisiert, sie beim Schriftverkehr mit den Behörden unterstützt und verantwortungsvoll so manchen Konflikt ausgebügelt. "Karlheinz Bystry hat Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammengeführt", lobte Kern.
Der Diakonie-Chef verwies auf die Tagesaktualität des Themas Asylbewerber, die sich weiter zuspitze. Nicht nur die Politik, gerade auch die Wohlfahrtsverbände seien gefordert: "Wie gehen wir mit den Menschen, die zu uns kommen, um?" fragte Kern. Für ihn ist Deutschland ganz klar ein "Zuwanderungsland, wir müssen Zuflucht bieten", zumal "Asylbewerber und Flüchtlinge Hoffnungsträger sind". So hätten die Bamberger Wohlfahrtsverbände mit ihrem diesjährigen Preisträger "ein klares Signal gesetzt für Toleranz, Nächstenliebe und Engagement für Menschen, das nicht nach Hautfarbe, Konfession oder Herkunft unterscheidet", so Kern.
Die Feierstunde fand im Andachtsraum des Diakonie-Seniorenzentrums Wilhelm Löhe am Heinrichsdamm statt. Zu den Gästen gehörten Bürgermeister Wolfgang Metzner (SPD), stellvertretender Landrat Johann Pfister, Stadträte, städtischer Sozialreferent Ralf Haupt und natürlich die Vertreter der Bamberger Wohlfahrtsverbände. Einen Extra-Blumenstrauß erhielt Karlheinz Bystrys Frau Carolin Schneider, die die Beratungsstelle für Asylbewerber und Flüchtlinge des Caritasverbandes für die Stadt Bamberg leitet.