von unserer Mitarbeiterin Gabi Bertram

Elsa — Das größte Kapital der Elsaer ist ihre Dorfgemeinschaft. Damit wurde schon viel geschafft, erste Projekte umgesetzt, ein umfangreiches Werk an Ideen, Vorstellungen und Wünschen für die Dorferneuerung zusammengestellt. Im Elsicher Dorfhaus war kein Platz mehr zu kriegen, als die Vorstellung der Ergebnisse der Arbeitskreise anstand.
Genau dieses Dorfhaus ist es, das vor einem Jahr von einem aus der Taufe gehobenen Verein als Wirtshaus wieder betrieben wird. Jeden Freitag können sich hier die Elsaer wieder treffen, weil es nicht so einfach war, einen Pächter für den Landgasthof zu finden. Jeder kann mitmachen, sich in die Listen eintragen und Wirt sein.
Mit diesem Enthusiasmus und vielen Ideen fürs Dorf und die Dorfgemeinschaft gingen 27 Elsaer ans Werk und arbeiteten drei Jahre lang in fünf Arbeitskreisen. Aus der Analyse des Ist-Bestandes im Ort wurde das Dorferneuerungskonzept gestrickt. Zur Seite standen den Elsaern Christine Bardin vom Planungsbüro Kittner & Weber (die übrigens in Ummerstadt selbst Bürgermeisterin ist) und Michael Ullwer vom Amt für ländliche Entwicklung Oberfranken als Projektleiter.

Alles durchdacht, keine Frage

Die Ergebnisse der Vorbereitungsphase - ein durchdachtes Konzept von der Ortsgestaltung über die Verkehrssicherheit bis hin zu sozialen Aufgabenstellungen - stellten die Vertreter der Arbeitskreise unter das Leitbild "Elsa - Eine starke Gemeinschaft mit lebendiger, naturnaher Zukunft für jung und alt".
Stefan Wölfert, Herbert Seidel, Susanne Seidel, Steffen Pertsch, Uwe Scheler und Armin Knauf legten in Wort und Bild vor, wie sich Elsa "äußerlich und innerlich" entwickeln soll.
Vieles davon erfordert Investitionen, aber mindestens ebenso viel bürgerschaftliches Engagement, nachbarschaftliches Miteinander und eine Portion organisatorisches Geschick.
So soll unter anderem der Dorfteich "Wied" zum Naturteich mit solarbetriebenem Wasserspiel umgestaltet werden - wozu nach den Vorstellungen des zuständigen Arbeitskreises allerdings die Landstraße nach Heldritt ein Stück verlegt werden müsste. Im Elsicher Dorfhaus soll mit verschiedenen Angeboten Leben einziehen und das Schlachthaus im Rahmen eines eigenständigen Energieversorgungskonzepts ein kleines Nahwärmekraftwerk werden. Auch an die Alten soll gedacht werden. Die Rede war von einer Altenwohngemeinschaft oder einem Pflegehaus im Ort im kleinen Stil. Es gibt sogar Ideen zur Anschaffung eines gemeinschaftlich genutzten Elektro-Pkw.
"Alles ausgezeichnet durchdacht" - das gab Wolfgang Kießling, Amtsleiter im Amt für ländliche Entwicklung Oberfranken in Bamberg unumwunden zu. Die Kriterien Dorferneuerungsbedarf, Leitlinien-Entwicklung inklusive Dorfgestaltung, Verkehrssicherheit und Umweltschutzthemen, Mitwirkungsbereitschaft der Bürger und Machbarkeit (was freilich nicht für alle Wunschträume der Elsaer gilt) sah Kießling zweifelsfrei als erfüllt an. Dies ist an sich ein gutes Zeichen für die Einleitung eines Dorferneuerungsverfahrens.
Nur eines könnte den Elsaern auf die Füße zu fallen: Die Stadt Bad Rodach nämlich ist finanziell eine vitale Kommune. "Fördermittel", erklärte Kießling, "werden nur in Abhängigkeit von der Finanzkraft der jeweiligen Kommune ausgereicht". Im Klartext: Je höher die Finanzkraft, desto niedriger der Fördersatz. Sollte dieser im schlimmsten Fall bei Null liegen, hieße dies: Elsa fällt aus der Dorferneuerung! Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) beeilte sich zu versichern, dass es in Bad Rodach auch nicht mehr so rosig aussieht. Schließlich seien der Stadt heuer erstmals nach 15 Jahren wieder Schlüsselzuweisungen zugebilligt worden. Die Zukunft werde es erweisen, ob die zu Grunde zu legenden Jahre 2013 bis 2015 eine Förderung über das Dorferneuerungsprogramm zulassen.
Ohnehin dürfte die Förderungsquote derzeit bei nur 25 Prozent liegen, , erklärte Wolfgang Kießling. Im vergangenen Jahr waren es noch 30 Prozent. Die düsteren Prognosen versuchte er aber dann doch etwas zu entschärfen: Immerhin gebe es ein EU-Programm, über das der ländliche Raum gefördert wird. "Dafür schon mal ein Konzept in der Schublade zu haben, ist eine gute Voraussetzung", sagte der Amtsleiter. Ein Stück vom europaweit zu verteilenden Förderkuchen könnte den Elsaern schon helfen.

Ein bisschen was machen

Nun sollen zunächst auf der Grundlage des Konzepts konkrete Maßnahmen entwickelt werden. Ob Elsa in die Dorferneuerung oder das EU-Programm kommt, bleibt also abzuwarten. "Notfalls", so Wolfgang Kießling, "kann ja die Stadt Bad Rodach die eine oder andere Maßnahme selbst finanzieren."