Die Neugestaltung von Marktplatz und Lichtenfelser Straße ist das nächste große städtebauliche Vorhaben in Hallstadt. Und die Zeit drängt. Denn vor allem aus dem Untergrund droht Ungemach. "Wir stehen erheblich unter Zeitdruck", sagt Bürgermeister Thomas Söder (CSU). Das Kanalsystem aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts sei so marode, dass es schon jetzt immer wieder zu Rohrbrüchen komme. Die Planungsphase sei deshalb auch relativ kurz bemessen, so Söder.

Der offizielle Startschuss soll bereits im April fallen. Um hier auch optisch ein klares Signal zu setzen, soll "Hallstadt im neuen Licht" erscheinen. So jedenfalls der Name der Lichtinszenierung vom 17. bis 26. April. Wie ähnliche Projekte im Landkreis in den vergangenen Jahren - beispielsweise in Ebrach, Litzendorf, Buttenheim und Oberhaid - wird diese im Rahmen des Projekts "Oberfranken leuchtet" zusammen mit der Initiative Oberfranken Offensiv von Studenten und Dozenten der Fakultät Design der Fachhochschule Coburg realisiert werden.

Tägliche Veranstaltungen

Der Aufbau beginnt bereits am Montag, 13. April. Der große Auftakt findet dann am Freitag, 17. April, ab 20 Uhr an der Kirche Stadt statt. Bis zum darauffolgenden Wochenende wird es dann neben täglichen Veranstaltungen - wie Konzerten, Lesungen, Vorträgen, Ausstellungen und Führungen - auch zwei ersten Treffen zur anstehenden Umgestaltung des Straßenraums zwischen Rathaus und dem Ortsende Richtung Lichtenfels geben.

Sie markieren den Auftakt zur Bürgerbeteilung. "Darauf legen wir großen Wert", betont der Bürgermeister. Vor allem solle "ergebnisoffen" über die Neugestaltung diskutiert werden. Die Bürgerbeteiligung ist allerdings auch notwendiger Bestand der Städtebauförderung, in deren Rahmen der Umbau von Marktplatz und Lichtenfelser Straße erfolgen soll. Diese sichert der Stadt Hallstadt dann auch bis 60 Prozent staatlichen Zuschuss zu.
Nach ersten groben Berechnungen werden laut Söder Gesamtkosten - ohne den damit verbundenen notwendigen Kanalbau - in Höhe von mindestens sieben Millionen Euro anfallen. Genaueres lässt sich erst sagen, wenn es, möglichst noch in diesem Jahr, in die konkrete Planung geht.

Warten auf die Bahn

In zwei bis drei Jahren, so der sportliche Zeitplan, soll dann alles über die Bühne gehen. Wobei größere Straßenbaumaßnahmen frühestens Ende 2016 in Angriff genommen werden können. Denn wenn nördlich von Hallstadt die Bahnlinie wie angekündigt für 34 Monate komplett gesperrt wird, werden in dieser Zeit die Busse des Schienenersatzverkehrs mitten durch die Stadt rollen. Doch unmittelbar danach, spätestens "Ende 2016, Anfang 2017 muss es losgehen", drängt Söder.

Den Hallstadter Bürgern bleibt also noch eine gewisse Zeit, um ihre Ideen und Vorstellungen in den Planungsprozess einzubringen. Zunächst sind da die beiden Veranstaltungen während der Lichtinszenierung. Am Montag, 20. April, wird ein erster Workshop sich dem Thema "Barrierefreie Mitte Hallstadt" widmen. Denn in einem sind sich alle einig: Für zukunftsgerichtetes Bauen ist Barrierefreiheit ein ganz wesentlicher Punkt.
Der Workshop richtet sich an alle Interessierten, insbesondere jedoch an Senioren, Menschen mit körperlichen Behinderungen und Eltern mit Kinderwagen. Sie können sich bei einem Rundgang am Marktplatz über die Herausforderungen klar werden und sich anschließend im Seniorenzentrum St. Kilian austauschen.

Vorstellung des Konzepts

Ein zweites Treffen ist dann die allgemeine Bürgerinformation zum Umbau von Marktplatz und Lichtenfelser Straße, die am Donnerstag, 23. April im katholischen Pfarr- und Jugendheim stattfindet. Hier will die Stadt alle Bürger informieren, die Rahmenbedingungen und den groben Zeitplan erörtern sowie erste Ergebnisse eines Verkehrsplanungskonzeptes vorstellen. Fragen, Wünschen und Anregungen soll auch hier Raum gegeben werden.