Das Weihnachtskonzert in der Klosterkirche Münnerstadt, welches von der Liedertafel ausgerichtet wurde, wusste die zahlreich erschienen Besucher wieder einmal zu begeistern. Bis auf den letzten Platz war der Kirchenraum gefüllt, von nah und fern waren die Zuhörer gekommen, um dieses besondere Konzert zu hören.
Die Liederauswahl war gelungen und abwechslungsreich, neben klassischen Stücken wusste man auch mit moderat-moderneren Weisen zu gefallen.


Gute Auswahl der Stücke

Bereits das feierliche Orgelsolo, das Thomas Betzer meisterhaft zu interpretieren wusste, und welches sehr feierlich daherkam, gefiel ob seiner reizvollen Verzierungen. Das Stück passte vom Stil her außerdem sehr gut zur Rokoko-Architektur der Kirche und zeigte, dass man die Lieder mit sehr viel Sinn fürs Detail ausgesucht hatte.
Nach diesem klassischen Eingang sorgte der Kinder- und Jugendchor, der wie auch der Männer- und Frauenchor von Annemarie Kreuzer geleitet wurde, für moderne Rhythmen. Mit Bongo- und Gitarrenbegleitung wurde das Lied "Sanna, sannanina" aus Südafrika, was so viel heißt wie "Geheiligt sei dein Name", gesungen. Besinnliche Zeilen, die zwischen den einzelnen Strophen vorgelesen wurden, waren ein passender Einschub.


Der klassische Teil

Rhythmisch kam auch das "Lied vom Friedenslicht" daher, bei dem die Kinder sich selbst auf Perkussionsinstrumenten begleiteten. Mit dem eher traditionellen "Hört der Engel helle Lieder" leitete man zum klassischen Teil des Konzerts über. Hier hatte man sich etwas Besonderes ausgedacht, um das Publikum mit zu integrieren: Unter dem Motto "Singen schenken" durften auch die Zuhörer mitsingen, sie wurden dabei von den Chören begleitet.
Der Männerchor wusste hernach mit seiner gefühlvollen Interpretation des "Ein Lied erklang zur Mitternacht" sehr zu gefallen. Die Sänger verstanden es, diese Weise mit viel Gefühl zu interpretieren und gingen dabei hoch konzentriert zu Werke. Sie achteten zudem auf sehr saubere und deutliche Aussprache.


Majestätisch und erhebend

Einer der Höhepunkte des Konzerts war der Auftritt der Sopranistin Yvonne Düring, die im Trio mit Kilian Düring an der Trompete und Thomas Betzer an der Orgel für ganz besonderen Musikgenuss bei der Zuhörerschaft sorgte, als sie das "Let The Bright Seraphim" von Händel vortrug. Sehr majestätisch und erhebend kam das Stück daher, wobei es gelang, mit fast spielerischer Leichtigkeit auch die schweren Passagen zu meistern.
Leichtfüßig passte Yvonne Düring ihre Stimme auch an die melancholische Zwischenpassage an, um dann im Finale die majestätische Weise mit ganzer Wucht zu interpretieren. Spielerisch leicht wirkten die anspruchsvollen Tempiwechsel, bei welchen das Trio glänzte.
Der Frauenchor sang unter anderem "Tochter Zion" und "Hört die Engelsboten singen". Der Männerchor hatte einen zweiten Auftritt, unter anderem mit dem "Oberbayerischen Krippenlied", bei dem auch die Sopranistin, die Trompete und die Orgel mitwirkten. Mit dem "Stille Nacht", bei dem die Zuhörer wieder zum Mitsingen eingeladen waren, endete das Konzert.
Tosender, lang anhaltender Applaus, der nicht enden wollte und stehende Ovationen zeigten, dass es den Besuchern außerordentlich gut gefallen hatte. Es war ein Weihnachtskonzert im besten Sinne, das sich zum Großteil den klassischen Weisen verschrieben hatte. Annemarie Kreuzer, die für die Gesamtleitung zuständig war, hatte ganze Arbeit geleistet, und Sängerinnen und Sänger waren mit viel Freude bei der Sache. Schön war zudem, dass auch das Publikum die Möglichkeit hatte, aktiv mitzuwirken.