von unserem Redaktionsmitglied 
Christian Schuberth

Neudrossenfeld — Gelobt, aber geschlagen kehrten die Fußballer des TSV Neudrossenfeld von ihrer Bayernliga-Premiere aus Unterfranken heim. Da hatten sie den starken SV Erlenbach lange Zeit Paroli geboten, um in der 91. Minute durch einen "unnötigen Freistoß" (Trainer Detlef Hugel) zu verlieren. SV-Kapitän Eren schlenzte den Ball aus 18 Metern zum 1:0 ins Tor. Der erhoffte Punkt war futsch, da konnte man sich vom Lob des Erlenbacher Trainers Jürgen Baier ("An Neudrossenfeld werden sich noch etliche Mannschaften die Zähne ausbeißen") nichts kaufen.
Detlef Hugel mahnt: "Wir dürfen uns die Niederlage nicht schönreden." Für den TSV-Trainer war sie in der Entstheung "natürlich unglücklich, letztlich aber auch verdient". Freilich habe seine Mannschaft in der ersten Halbzeit "viele Sachen richtig gut gemacht" und ein ausgeglichenes Spiel erzwungen. "Doch nach der Pause hat Erlenbach noch eine Schippe draufgelegt und hätte schon früher in Führung gehen müssen", so Hugels ehrliche Analyse.
Der Neudrossenfelder Trainer hofft, dass seine Mannschaft schnellstmöglich aus den Fehlern lernt. "Wir müssen in ein paar Situationen cleverer werden, zum Beispiel bei bei unnötigen Fouls."
Zufrieden war er aber mit seinen Neuzugängen. Im Mittelfeld avancierte der Ex-Hofer Daniel Meyer zum Aktivposten, in der Verteidigung stand der Willmersreuther Carsten Hahn sehr stabil und hatte den Ex-Zweitligaspieler der Erlenbacher, Sebastian Göbig , "gut im Griff". Auch Lorenz Hofmann hat in Hugels Augen "einen guten Eindruck hinterlassen".

"Mutig nach vorne spielen"

Zur Bayernliga-Heimpremiere erwartet der TSV Neudrossenfeld heute um 18.30 Uhr den oberfränkischen Rivalen VfL Frohnlach. Die Vorfreude auf dsa Derby ist auch bei Hugel groß. Er verspricht: "Wir wollen uns nicht verstecken, sondern mutig nach vorne spielen und unseren Zuschauern etwas bieten."
Die neue Frohnlacher Mannschaft hat Hugel zwar noch nicht selbst gesehen, ist aber natürlich über den Gegner gut informiert: "Uns erwartet eine spielerisch sehr gute, junge und laufstarke Mannschaft", sagt der 46-Jährige, der wie sein gleichaltriger Frohnlacher Kollege Stefan Braungardt einst beim SC Weismain kickte, allerdings nie gemeinsam in einer Mannschaft. Hugel kam 1998 zum SC, als Braungardt gerade nach Frohnlach gewechselt war.
Beim TSV Neudrossenfeld feiert Abwehrchef Frank Zapf ein Wiedersehen mit seinem Ex-Verein und Timo Jahrsdörfer eines mit seinem ehemaligen Trainer beim DVV Coburg, Stefan Braungardt. Dieser hofft nach der 1:3-Auftaktpleite gegen den SC Eltersdorf auf das erste Erfolgserlebnis: "Insbesondere in Sachen Ordnung und Laufbereitschaft können wir auf unsere Leistung im ersten Saisonspiel aufbauen. So wollen wir uns in Neudrossenfeld mit etwas Zählbarem belohnen, um in der Saison anzukommen." Braungardt hat aber großen Respekt vor dem TSV: "Wir erwarten einen hoch motivierten Aufsteiger, der in seinem ersten Bayernliga-Heimspiel alles geben wird."
Die Neudrossenfelder bangen um den Einsatz von Stammtorhüter Mathias Küfner, der sich in Erlenbach eine Pferdekuss zugezogen hat. Erstmals im Kader stehen heute David Rau und Neuzugang Daniel Weickmann.

TSV Neudrossenfeld heute um 18.30 Uhr gegen VfL Frohnlach (Aufgebot): Küfner (?), Grüner - Brand, Rau, Weickmann, Hahn, Hofmann, Jahrsdörfer, Konradi, König, Lämmert, Lattermann, Lutz, Meyer, Pajonk, Taubenreuther, Tonka, Zapf. - Es fehlen: Kempf (Aufbautraining), Weiß (Sprunggelenksverletzung), Daschner (2. Mannschaft).
VfL Frohnlach (Aufgebot): Bauer, Edemodu - Eckert, Musik, Teuchert (?), Krüger (?), Güngör, Burkard, Baier, Beetz, Autsch, Kalb, Özdemir, McCullough, Hartmann, Civelek, Peker, Makrigiannis. - Es fehlen: Bulat, Pöche und Bischoff (alle verletzt).