Wie ist es um die Zukunft der Deponie in Höferänger bestellt? Wie viel Treibhausgas entsteht dort, wie kann man es weiter reduzieren und fachgerecht entsorgen? Mit diesem Thema beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung der Umweltausschuss des Kreistages und gab ein Klimaschutzkonzept in Auftrag, um eine Potenzialstudie zur Reduzierung von Treibhausgasen zu erhalten.
Im Jahr 2005 wurde die Deponie Höferänger geschlossen, sie befindet sich derzeit in der Nachsorgephase. Auf dem knapp fünf Hektar großen Areal bei Niederndobrach betrieb die Stadt Kulmbach bis 1972 eine Deponie, die 1977 durch den Landkreis Kulmbach übernommen und zur Entsorgung von Siedlungsabfällen bis 2005 als Deponie der Deponieklasse II betrieben wurde.
Wie Michael Beck in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses zu verstehen gab, stammt das bestehende Entgasungssystem der Deponie Höferänger aus dem Jahr 1989: "Viele Anlagenteile wurden zwar erneuert, sind mittlerweile aber eben 27 Jahre im Dauereinsatz. Um für die gesamte Zeit der Nachsorge mit weiteren 20 Jahren eine verlässliche Aussage über den Zustand des Gasabbaus in der Deponie treffen zu können und eine Prognose, wie lange wir das anfallende Methan mit welcher Technik entsorgen müssen, bedarf es einer neuen Abschätzung. Auch die Überwachungsbehörden Landesamt für Umwelt sowie die Regierung von Oberfranken drängen darauf, dass der Landkreis eine Aussage trifft, wie er die immer weiter zurückgehende Methangasmenge in den nächsten Jahren entsorgen will."
Die Deponie Höferänger ist derzeit die einzige Anlage in Bayern, die für das Klimaschutzkonzept ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit in Anspruch genommen hat. Landrat Klaus Peter Söllner: "Hier wurde sehr weitsichtig gearbeitet!" Der Auftrag ging an die Firma Coplan AG aus Weiden mit einer Vergabesumme von 23 615 Euro. Für eine mögliche Erneuerung der Anlage wurden bereits Rückstellungen gebildet.
Mit der Studie kann der Landkreis verschiedene Ziele gleichzeitig erreichen:
1. Information über eine aktuelle, realistische Prognose der Gasmengenentwicklung;
2. Aussage, welche Anlagentechnik in der Nachsorge für welchen Zeitraum eingesetzt werden kann;
3. Aussage über Investitionen, die der Landkreis tätigen muss und welche er machen kann;
4. Der Landkreis kann je nach Anlagentechnik mit einer Reduzierung der Treibhausgase und Verbesserungen der "CO 2 -Bilanz" rechnen.
Noch im letzten Jahr hat der Landkreis Kulmbach einen Förderbescheid über 26 998 Euro erhalten und wie Michael Beck aufzeigte, wurde als erster Schritt die Potenzialstudie mit den Leistungen Bestandsaufnahme, Potenzialanalyse, Maßnahmenkatalog und Controlling-Konzept ausgeschrieben.
Beck weiter: "Wir stehen vor dem Problem, dass wir nicht wissen, wie lange die Deponienachsorgephase noch dauert und was wir im Anschluss an die Aktiventgasung machen. In der Untersuchung geht es auch darum, was passiert insgesamt von einer möglichen Schwachgasbehandlung bis hin zu Bio-Filtern. Mit dieser neuen Prognose wollen wir wissen, welche Möglichkeiten und welche Investitionen noch notwendig sind. Wir sind zuversichtlich, dass wir mit der Potenzialanlyse der Wirklichkeit etwas näher kommen."
Landrat Klaus Peter Söllner (Fw) zum Klimaschutzkonzept: "Insgesamt ist es eine tolle Geschichte, weil wir die Ersten sind, die das Bundesprogramm in Anspruch nehmen. Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit auch einmal bei unseren Mitarbeitern vor Ort bedanken, dass alles so gut funktioniert."