Das Sozialteam Lappersdorf plant eine Einrichtung für suchtkranke Menschen mit 40 Plätzen im Gewerbemischgebiet "Alter Postweg". In unmittelbarer Nachbarschaft möchte der ambulante Pflegedienst Golden Care sein neues Gebäude errichten.


Infoveranstaltung

Für die Bürger wird am Montag, 29. Februar, extra eine Informationsveranstaltung über die soziotherapeutische Einrichtung für die Suchtkranken stattfinden. Vorgestellt wurden jetzt in der Sitzung des Marktgemeinderats von den Geschäftsführern Martin und Peter Weiß sowie dem Sozialpädagogen Thomas Fehr die inhaltliche Konzeption und die Planung für das Bauvorhaben.
Peter Weiß erklärte, dass das Sozialteam als Dienstleistungsunternehmen der Sozialwirtschaft aktuell an 16 Standorten in Bayern und Sachsen tätig sei, weitere Standorte seien in Planung. Das Sozialteam habe vielfältige und umfangreiche Erfahrung in der Betreuung suchtkranker, psychisch kranker Erwachsener und Menschen mit Handicap sowie in der Betreuung und Pflege von Senioren. In der Einrichtung in Rattelsdorf sollen Menschen nach Suchtmittelmissbrauch oder Suchtmittelabhängigkeit von Alkohol, Medikamenten und synthetischen Drogen betreut werden.
Vorhanden sein müsse bei den Bewohnern der Wille, zukünftig abstinent zu leben. Aufgenommen werden Patienten nach Entgiftungs- und Entwöhnungsbehandlung. In den beschützten Wohngruppen sollen suchtkranke Menschen wegen Selbstgefährdung aufgenommen werden. Zielsetzung des Aufenthaltes ist es, zukünftig abstinent zu leben, der psychische Allgemeinzustand soll stabilisiert werden.


Wiedereingliederung

Der Aufenthalt in der betreuten Einrichtung soll auf die Wiedereingliederung in Beschäftigung und Arbeit vorbereiten, auf eine Ausbildung oder Reha-Maßnahme. Außerdem sollen die Menschen anschließend wieder selbstständig oder weniger betreut leben können. Geplant sind vier Wohngruppen mit jeweils zehn Bewohnern, davon zwei beschützte Wohngruppen und zwei offene. Wichtig ist den Betreibern die Zusammenarbeit mit dem Markt Rattelsdorf. Geplant sind Tage der offenen Tür, Feste mit der Öffentlichkeit, die Mitarbeit Ehrenamtlicher, Ausstellungen im Rathaus und Vortragsreihen für die Bürger. Wichtig ist die Kooperation mit der örtlichen Pfarrgemeinde und den Vereinen. Außerdem wird die aktive Mitarbeit der Bewohner zum Beispiel bei der Pflege von Grünflächen in der Gemeinde angeboten.
Gesucht werden Mitarbeiter aus dem Ort. Geplant ist ein zweistöckiges Gebäude in U-Form mit lichtdurchfluteten Räumen. Pro Stockwerk sollen zwei Wohngruppen einziehen. Das Gebäude ist barrierefrei und drei Bewohnerzimmer sind rollstuhlgerecht.
Peter Weiß informierte, dass jetzt Machbarkeitsstudie verfeinert und mit den Behörden abgestimmt werden müssten. Der Bauantrag soll im Sommer gestellt werden. Im Frühjahr 2017 sei dann mit dem Baubeginn zu rechnen.
Marktgemeinderat Andreas Schmittwolf (CWU) wollte nach den Ereignissen von Köln wissen, ob es schon zu Übergriffen gekommen sei. Das verneinte Thomas Fehr. Die Bewohner seien gut integriert und vernetzt, bisher sei so etwas noch nicht passiert. Während Marktgemeinderätin Christine Jäger (SPD) fragte, ob der Personenkreis der Bewohner sich konkret auf Suchtkranke beschränke. Das bestätigte Thomas Fehr und erklärte, dass die Zuweisung der Personen über die regionalen Kliniken erfolge.
Abschließend betonte Bürgermeister Bruno Kellner (VU), dass es wichtig sei, die Bevölkerung bei dem Projekt mitzunehmen. Später müsse sich dann mit der Einrichtung eine Partnerschaft entwickeln.