von unserem Mitarbeiter Gerhard Schmidt

Ermershausen — Lebendiges Quieken empfängt den Besucher, wenn er das Anwesen der Guckels in der Rapsgasse in Ermershausen betritt. Grund ist Waldemar, ein vier Wochen alter Frischling, den Dominik Friedrich am Kreuzweg im Jagdbogen Hainbach gefunden hat. Tagelang beobachtete der Waidmann zwei Frischlinge, die anscheinend von ihrer Mutter verlassen wurden. Einen Frischling erwischte Friedrich, der andere entkam und ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Was sollte er nun mit dem kleinen Borstenvieh anfangen? Da kam ihm die Idee, einmal Caroline Guckel in der Rapsgasse zu fragen, ob sie ihn aufziehen würde.
Als sie zusagte, wusste Caroline noch nicht, was sie sich ins Haus holte. Waldemar ist ein wilder Hausgenosse, der schon einmal den Garten umpflügt. Wird er gegrault, legt er sich jedoch sofort auf den Rücken und genießt die Behandlung. Als er Mitte Juni ins Haus der Guckels kam, wusste Caroline noch gar nicht, was man mit so einem Wildschweinbaby anfängt. Die Forderung nach Futter machte Familie Guckel sehr schnell mobil. Bei Bezirksbäuerin Astrid Baum in Maroldsweisach wurde Kälbermilchpulver besorgt, das Waldemar besonders schmeckte. Noch heute kommt er schnell angerannt, wenn er das Klappern der Futterschachtel mit dem Ferkelkorn hört.
Carolin Guckel sagt, er ist ein ganz verfressener kleiner Kerl, aber lieb. Das findet auch Sohn Max, dem es einen Riesenspaß macht, mit Waldemar durch den Garten zu sausen. Dann kann es schon einmal passieren, dass der kleine Frischling das Wühlen anfängt und die Tomatenstöcke keine Frucht mehr tragen.
Noch ist ungewiss, wie Waldemars Zukunft aussieht. Im Moment beherrscht der Frischling auf jeden Fall seine Gastgeberfamilie und macht ihr viel Freude.