von unserer Mitarbeiterin 
Carmen Schuler-Bierbaums

Haßfurt — So unterschiedlich präsentieren sich die Bilder der Schulfreunde, die sich seit der achten Klasse kennen und irgendwann festgestellt haben, dass sie das gleiche Hobby verbindet. Denn während die Bilder der 17-jährigen Fiona immer Menschen darstellen, hat der gleichaltrige René kein bestimmtes Motto. Er malt, wozu er gerade Lust hat. Und das wahlweise in Acryl auf Leinwand oder Platte, mit Strukturpaste, Graffiti oder mit Spray.
"Eigentlich male ich schon immer", berichtet der Oberthereser und erzählt, dass er früher mit Vorliebe Hubschrauber gezeichnet hat. Später folgten Piratenflaggen und Autos. Erst als er in der Schule mehr über Kunstgeschichte gelernt hat, wurden seine Gemälde stärker auf ganz bestimmte Inhalte bezogen.
Das Cafe "Susi & Strolch" in Haßfurt bietet Künstlern die Möglichkeit auszustellen. Für die nächsten zwei Monate sind dort die Werke von Fiona Mohr aus Haßfurt und René Appel aus Obertheres zu sehen. Fiona Mohr wiederum haben es schon immer die Menschen angetan. "Sie haben mich schon immer fasziniert und interessiert", berichtet sie. Und so kann man ihre "Menschen" als Portrait oder Ganzkörper bewundern. "Für mich ist es einfach toll mitzuerleben, wie aus meiner Fantasie heraus auf der flachen Leinwand ein Kopf entsteht."
René dagegen hat alle seine Werke auf der Rückseite mit einem Zitat versehen. Ein Bild mit Federn schmückt etwa ein Zitat von Abraham Lincoln wie "Die Welt hat das Wort Freiheit nie gut definiert." "Das ist mir spontan dazu eingefallen", sagt der junge Mann.
Aber nicht nur die Motive unterscheiden sich bei den beiden. Auch ihre Arbeitsweise. Denn während Fiona "in einem Fluss" durcharbeitet, bis sie ihr Werk fertig hat, kann es bei René schon mal eine Woche dauern. Besonders bei dem Bild mit den Federn "da hab ich sehr viel Zeit und Arbeit investiert", gesteht er. Ob beide später einmal ihren Lebensunterhalt mit der Malerei verdienen, das glauben sie momentan jedenfalls nicht so recht. Fiona macht eine Ausbildung zur Produktmanagerin und könnte sich gut vorstellen noch Kunst zu studieren. René dagegen schwebt ein Architekturstudium vor. Er möchte die Malerei später als Hobby betreiben.
Gefreut haben sich beide, dass bisher jeder ein Bild aus der Ausstellung verkauft hat. Dass gefällt auch der Betreiberin des Cafes, Nathalie Kaup. Sie berichtet, dass viele Gäste die wechselnden Ausstellungen als sehr angenehm und interessant empfinden. Und sie gibt gerne den noch unbekannten kreativen Köpfe aus dem Landkreis hier die Chance, ihr Können der Öffentlichkeit zu zeigen.