Jutta Behr-Groh

Bamberg — Eine kleine Straße in der Nähe der Moosstraße trägt seinen Namen. Sonst ist Heinrich Friedrich August Heinkelmann in Bamberg so gut wie nicht präsent, weder im Stadtbild noch in den Köpfen der allermeisten Menschen. Das soll sich ändern: Am Montag, 15. Februar, wird um 16 Uhr an einem kleinen Haus in der Kapuzinerstraße eine Gedenktafel enthüllt, die an den 1866 gestorbenen Bamberger Arzt erinnern soll.
Initiator der späten Ehrung ist der ärztliche Kreisverband. Dessen Mitglieder nehmen den 150. Todestag zum Anlass, an die besonderen Verdienste eines ehemaligen Kollegen zu erinnern. Heinkelmann praktizierte von 1839 bis 1846 in Ebensfeld und ab 1847 in Bamberg. Vor allem aber war er einer der führenden fränkischen Köpfe in den Revolutionsjahren 1848/1849.
Georg Knoblach, der Vorsitzende des ärztlichen Kreisverbands, hat sich intensiv mit der Biographie Heinkelmanns befasst und findet es höchste Zeit, dass Bamberg sich dieses Mannes erinnert. Wie er recherchiert hat, war Heinkelmann der Verfasser der 14 Bamberger Artikel, die am 4. März 1849 im Theater am Schillerplatz verlesen wurden. Laut Knoblach gingen sie noch über andere, zeitgenössische Forderungen hinaus. Zwar habe auch Heinkelmann unter anderem die Presse-, Gewissens- und Lehrfreiheit verlangt, eine allgemeine, staatlich finanzierte Bildung, Geschworenengerichte und die nationale Einheit. Er habe außerdem aber auch schon den "Ausgleich des Missverhältnisses zwischen Arbeit und Kapital" gefordert.


Tafel hängt schon

Heinkelmann lebte, praktizierte und starb im Anwesen Kapuzinerstraße 11. Es befindet sich in Privatbesitz. An der Fassade haben Handwerker bereits die Gedenktafel (gefertigt von Bildhauer Adelbert Heil) angebracht. Bis zum öffentlichen Festakt vor dem Haus soll sie wieder verhängt werden.
Neben Knoblach und Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) wird am 15. Februar auch Bezirksheimatpfleger Professor Günter Dippold sprechen. Er wird Heinrich Friedrich August Heinkelmann würdigen und dessen geschichtliche Bedeutung näher beleuchten.


Drei Jahre Haft

Laut Knoblach studierte der 1807 geborene Sohn eines Feldwebels zunächst Jura, musste dann aber das Fach wechseln, weil er wegen seiner "burschenschaftlichen Aktivitäten" zu einer dreijährigen Haft verurteilt worden war. "Anders als heute waren Burschenschaftler im frühen 19. Jahrhundert echte revolutionäre Kerle", sagt der Vorsitzende des ärztlichen Kreisverbands.
Für ihre Zeit hätten Heinkelmann und Gleichgesinnte in etwa das bedeutet, was Langhans, Teufel und Konsorten für die Generation der 1968er gewesen seien.
Obwohl das Medizinstudium nicht Heinkelmanns erste Wahl war, muss er nach Zeitzeugenberichten ein sehr guter und sehr beliebter Doktor gewesen sein. Ab Juli 1839 hatte er als erster akademisch ausgebildeter Mediziner die Stelle des praktischen Arztes in Ebensfeld inne.