Bernhard Panzer

Bald soll es eine Wohnberatung in der Stadt geben. In der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses unterbreitete Bürgermeister German Hacker (SPD) den Vorschlag, gemeinsam mit der Lebenshilfe eine diesbezügliche Stelle zu schaffen. Man wolle das tun, vergleichbar mit der Caritas-Sozialberatung, obwohl es sich im Grunde um keine Aufgabe der Stadt handelt, sondern diese Dienstleistung eher beim Landkreis angesiedelt ist.
Wie Hacker erläuterte, bestünde in der größten Stadt des Landkreises ein großer Bedarf an Wohnraum, gerade wenn er barrierefrei sein soll. Vor allem Menschen mit Behinderung hätten ein Problem, geeigneten Wohnraum zu finden. Viele hätten auch Scheu, eine gewisse Hemmschwelle zu überwinden.


Barrierefrei ist ein starkes Thema

Deshalb arbeitet die Stadt gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Lebenshilfe, Josef Hennemann, an einer solchen Stelle. Das hätten auch die Beratungen in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe ergeben. "Warum", so fasste Hacker das Ergebnis dieser Unterredungen zusammen, "tun wir uns nicht zusammen?"
Ein möglicher Name wäre "Koordinationsstelle für Wohnraum-Vermittlung und -beratung". Drei Viertel der Kosten könnten sich Stadt und Lebenshilfe teilen.
Auch wenn die Stelle bei der Lebenshilfe angesiedelt werden soll, würden dort nicht ausschließlich behinderte Menschen beraten, sondern die Stelle sei offen für alle. In Zeiten, da die Menschen immer älter werden, sei barrierefreies Wohnen ein starkes Thema, sagte Hacker.
Hacker räumte ein, dass das Thema im Grunde keine städtische Aufgabe sei. Aber es sei auch keine "niedergeschriebene Aufgabe des Landkreises", ergänzte er. Für Hacker existiere in diesem Bereich ein Systemfehler. Wichtig ist für den Herzogenauracher Bürgermeister, dass Nachholbedarf bestehe und beide Seiten sich nähern müssten. Hacker: "Es gibt dann einen Ansprechpartner und das kann unheimlich hilfreich sein."
In der Diskussion regte Siegbert Sendner (SPD) an, die Stelle doch bei der Stadt anzusiedeln. "Wir bauen schließlich ein neues Rathaus." Das aber fand keine Zustimmung. Jetzt werden die Beratungen mit der Lebenshilfe weiter geführt. Diese soll nun ein Konzept erstellen. Dann kommt das Thema wieder auf den Tisch und es soll ein Beschluss über die städtische Förderung gefasst werden.