Bei der Adventsfeier der Schiedsrichter-Vereinigung Bamberg im neuen Kulturboden der Marktscheune Hallstadt berichtete Kreisobmann Günther Reitzner (Tuchenbach) vor 250 Besuchern über die vielfältigen Aktivitäten der Schiedsrichter Gilde.
Grußworte sprachen Bezirksschiedsrichterobmann Siegfried Brehm (Kemmern), der Vorsitzende der Bezirkssportjugend im Kreis Bamberg, Udo Schoberth, und Hallstadts Bürgermeister Thomas Söder (CSU).
Alle Teilnehmer erhielten die 120-seitige Broschüre "Dompfiff". Das Buch beleuchtet in Wort und Bild die wichtigsten Geschehnisse bei der Bamberger Schiedsrichtervereinigung im Jahre 2015. Diese ist weiterhin mit über 400 Unparteiischen die größte SR-Gruppe im Baye-rischen Fußballverband (BFV) und dies, obwohl in den letzten Jahren 80 Referees die Pfeife an den Nagel gehängt haben.
Besondere Anerkennung ging in den Dankesworten des Obmanns Günther Reitzner an die Adresse der beiden SR-Einteiler Norbert Mamedow (Breitengüßbach) und Simon Winkler (Bamberg).


Kritik nach München

Worte der Kritik dagegen richtete er an die Verbandsoberen in München. Niemanden von den BFV-Verantwortlichen interessiere die Basis, sagte er: "Ihre Sonntagsreden überleben nicht einmal den Montag. Die Basis-Uhr kommt nicht nur zum Stillstand, sondern geht rückwärts", so der Bamberger SR-Boss. Bezüglich Gewinn und Erhalt von Schiedsrichtern passiere seit Jahren so gut wie nichts.
Die Liste der "Pfeifenmänner", die für ihre aktive Schiedsrichterlaufbahn und langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wurden, war lang.


Die Ehrungen

Zehn Jahre: Sebastian Eberlein (TSV Schammelsdorf), Michael Meißl (VfL Mürsbach), Uwe Meißl (FSV Unterleiterbach), Heinrich Wagner (DJK Teuchatz), Jürgen Waßmann (FC Sportfreunde Bamberg), Stefan Weidner (DJK Königsfeld).
15 Jahre: Stephan Czepluch (SV Hallstadt), Michael Güßregen (SV Weichendorf), Roman Herl (TSV Breitengüßbach).
20 Jahre: Georg Böhnlein (SC Unteroberndorf), Sven Engl (RSV Itting), Axel Lüdtke (FC Bischberg), Kai-Uwe Obermeier (SC Kreith/Pittersberg), Ralf Riemke (FC Lichtenfels), Laurentius Zenk (SV Würgau).
25 Jahre: Heike Bräuer (SC Kemmern), Gerhard Deringer (SC Melkendorf), Matthias Rebhan (DJK Teutonia Gaustadt).
40 Jahre: Johann Rottmann (SV DJK Tütschengereuth), Josef Vogt (TSV Scheßlitz), Theo Voll (TSV Kleukheim).
50 Jahre: Siegfried Brehm, Andreas Eichelsdörfer (beide SC Kemmern) und Georg Heller (DJK Don Bosco Bamberg). Die drei Letztgenannten erhielten neben Urkunden die BFV-Medaille in Gold. BFV-Vorstandsehrenmitglied Karl Fleischer (Hallstadt) hat die seltene Auszeichnung vorgenommen.
Jung-Schiedsrichter des Jahres wurde Daniel Reich (SV Heubach). Lehrwart Christopher Schwarzmann (Scheßlitz) schilderte in seiner Laudatio den Werdegang des 16-jährigen Talentes. Dieser absolvierte bereits mit elf Jahren die SR-Prüfung und pfiff zunächst im Juniorenbereich.
In der Saison 2013/14 wurde der Heubacher in den A- und Kreisklassen und eine Serie später in der Kreisliga eingesetzt. Mittlerweile hat Daniel Reich seine fünf ersten Bezirksliga-Spiele hinter sich.


"Überdimensionales Pensum"

Der Höhepunkt der Ehrungen war die Verleihung der "Golde-nen Pfeife" an Thomas Eichels-dörfer (SC Kemmern), der im Jahr 1980 seine Schiedsrichterprüfung mit Erfolg ablegte. Wie Obmann Reitzner ausführte, ist der Kemmerner "eine geradlinige und für den Jugendfußball engagierte Person. Toleranz und Fairness sind ihm in jedweder Form ein Anliegen." Der Geehrte war jahrzehntelang in der Kreisliga als Unparteiischer tätig und steht noch heute an jedem Wochenende auf dem Fußballplatz.
Doch die Schiedsrichterei war ihm nie genug. Seit 30 Jahren verschrieb er sich zusätzlich als Kreis- und derzeitiger Bezirksjugendleiter der Jugendfunktionärstätigkeit. "Sein überdimensionales Arbeitspensum verdient höchste Anerkennung", so Obmann Reitzner weiter. Seine "drei Lebenssäulen" bestünden aus Familie, dem Hobby Schiedsrichter und der Funktionärstätigkeit.
Die Aurachtaler Blasmusik Walsdorf umrahmte unter der Leitung ihres Dirigenten Reinhold Stärk die Veranstaltung musikalisch. Dietfried Fösel