von unserer Mitarbeiterin Evi Seeger

Eckersbach — Für Hans Wagner (FW), Stadtrat aus dem Schlüsselfelder Ortsteil Eckersbach, ist das in seinem Heimatort geplante kleine Baugebiet "Schäfers-rain" nur "ein Notbehelf". Er hatte von Anfang an ein anderes Gelände für künftige Wohnbebauung favorisiert. Diese Baulandausweisung war dem Landratsamt jedoch zu groß für die Ortschaft. Die Planung wurde daher nicht genehmigt.
Jetzt steht das neue Bauleitverfahren kurz vor dem Abschluss. Zusammen mit dem Planer Gerhard Wittmann wurden in der Sitzung des Stadtrats am Donnerstagabend die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange behandelt. In der Diskussion kritisierte Wagner, der Zuschnitt der beiden im Norden liegenden Baugrundstücke sei mit mehr als 1100 Quadratmetern zu groß. So große Grundstücke würden junge Familien heute nicht mehr wollen.

Sind 1100 Quadratmeter zu viel?

Wagner ließ durchklingen, dass Bauwerber "gezwungenermaßen" im Schäfersrain bauen müssen, weil es in Eckersbach kein anderes Bauland gebe. "Wenn Familien dort bauen, müssen sie viel Geld in die Hand nehmen", betonte Wagner. Er forderte, die beiden im Norden des Plangebiets liegenden Baugrundstücke zu verkleinern. Damit wäre jedoch ein "Versatz" in der gerade verlaufenden Grenzlinie des Plangebiets verbunden.
Was wiederum von den Eigentümern der angrenzenden landwirtschaftlichen Grundstücke als Handicap bei der Bearbeitung oder der Verpachtung angesehen werde, erläuterte Bürgermeister Johannes Krapp (CSU). Auch Peter Giehl (FW) plädierte dafür, die Bauplätze kleiner zuzuschneiden. Nach Giehls Meinung "wollen die jungen Leute nicht mehr so viel Arbeit mit Grundstück und Garten haben".
Als Kaufpreis für das voll erschlossene Grundstück waren 42 Euro pro Quadratmeter im Gespräch. Der genaue Preis hänge jedoch von den Kosten des Straßenbaus ab, war auf Nachfrage von der Verwaltung zu erfahren. Viel teurer werde es aber nicht werden. Mehrheitlich wurde beschlossen, die Grundstücksgrößen nicht zu ändern. Mit der Bauleitplanung werden insgesamt sieben Bauplätze überzogen. Zwei sind bereits seit Jahrzehnten bebaut, fünf Bauplätze kommen neu hinzu.
Diskutiert wurde auch die Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes. Die Kronacher Behörde forderte "zwingend", den vorhandenen Wassergraben zu erhalten. Nach der Planung und dem Beschluss des Stadtrats soll der Graben jedoch verrohrt werden. Da die Entsorgung im Trennsystem erfolgt, werde das Wasser dem Oberflächennetz zugeführt. Wollte man den Graben erhalten, müsste über jede Grundstückszufahrt eine Brücke gebaut werden.
Auch der Wendehammer, den das Landratsamt als zu klein für Feuerwehr oder Müllfahrzeuge bemängelt, soll unverändert bleiben. Die Wendeanlage könne nicht vergrößert werden, da aufgrund der vorhandenen Situation die bereits bebauten Grundstücke angrenzen. Der Planer schlug vor, im Bereich des Wendehammers Halteverbote festzusetzen.
Parallel zum Bebauungsplan wurde auch der Flächennutzungsplan geändert. Beide Planungen werden jetzt öffentlich ausgelegt.