Mit Vince Ebert präsentierte das "Junge Thea-ter" Forchheim (JTF) einen der erfolgreichsten Wissenschaftskabarettisten. Etwa 350 Besucher wollten das neue Programm "Zukunft ist the Future" sehen.
Aufgrund des schon im Vorfeld erwartet hohen Zuspruchs wurde die Veranstaltung in die Eggolsheimer Eggerbachhalle verlegt. "Wir fühlen uns hier willkommen", unterstrich der künstlerische Leiter, Lorenz Deutsch bei der Begrüßung.
"Physiker, die komisch sind gibt es viele. Vincent Ebert ist auch noch lustig", leitete Deutsch den Auftritt des studierten Physikers ein. Dieser präsentierte sein Programm in zwei Teilen: Einer "Geschichte der Zukunft" und einer "Zukunft der Zukunft".
Bereits zu Beginn negiert er damit die Werbebotschaft der Deutschen Rentenversicherung, die uns glauben machen will, "Zukunft ist jetzt". Zukunft, so die Theorie Eberts, liege aber auch nicht vor uns. "Sonst könnten wir sie ja sehen", argumentiert er. "Also", folgert er, "kommt sie von hinten angebraust".
Der Kabarettist bringt sein Publikum zum Lachen, indem er alte Zukunftsvisionen präsentiert, die alle lächerlich daneben lagen. Mit Physik - was in Anbetracht seines Studiums nahe liegt - hat das rund zweistündige Programm indes wenig zu tun. Ebert gibt sich mehr als Philosoph. Als Wissenschafts-Kabarettist präsentiert er auch viele Schaubilder und Statistiken. Immer wieder greift er lustige Beispiele aus dem Alltag auf, die das Publikum dankbar mit Lachern und Applaus belohnt. Seine Interaktion mit einer künstlichen Intelligenz, mit der er an einem großen Bildschirm auf der Bühne spricht, zieht sich dabei wie ein roter Faden durch das Programm. Der Wissenschaft stellt er immer wieder altbekannte Klischees entgegen. Sie sind es am Ende auch, die für die lustigen Elemente sorgen.
Sprachlich auf hohem Niveau präsentiert er neben Visionen auch so manche Alltagsweisheit. Dennoch ist sein zweistündiger Blick in die Zukunft höchst amüsant und überaus kurzweilig. Schön auch, dass er sein Publikum nicht nur mit lustigen Anekdoten in die Zukunft entlässt, sondern noch etwas philosophisch wird. "Die Steinzeit ist nicht zu Ende gegangen, weil es keine Steine mehr gegeben hat", merkt er im Hinblick auf die Ressourcen an, die wir heute schützen wollen und in einigen Jahren vielleicht irrelevant sind. Dabei wird der Besucher unweigerlich an den Beginn des Abends erinnert, als er sich mit Zukunftsvisionen beschäftigt hatte, die total daneben lagen.