von unserem Mitarbeiter 
Gerhard Reissenweber

Ebersdorf — Die Kreispokalsieger 2014/2015 heißen SV Steinwiesen und SC Sylvia Ebersdorf. Die Damen-Mannschaft aus dem Landkreis Kronach setzte sich am Maifeiertag souverän im Finale gegen den TSV Ketschenbach mit 5:0 durch. Bei den Männern war das Endspiel deutlich spannender, denn Kreisligist SC Sylvia Ebersdorf besiegte den Bezirksligisten FC Coburg mit 2:1.
Die Tore für die Steinwiesenerinnen erzielten vor knapp 200 Zuschauern Lisa Eckstein (3), Vanessa Gritzke und Carmen Klinger. Die Frankenwäldlerinnen machten gegen die Rand-Neustadter von Beginn an einen Klassenunterschied deutlich und gewannen erstmalig in ihrer Vereinsgeschichte den Titel des Kreispokalsiegers Coburg/ Kronach/ Lichtenfels.
470 Zuschauern verfolgten danach das mit Spannung erwartete Herrenfinale, in dem der FC Coburg lange Zeit seiner Favoritenrolle gerecht wurde, jedoch aus einer großen Anzahl von Torchancen lediglich einen Treffer erzielte. Das wurde 20 Minuten vor Schluss bestraft, denn die Gastgeber drehten mit einem Doppelschlag das Spiel.

700 Euro Siegerprämie

Und der Sieg zahlte sich für die Sylvianer aus, denn von der Bayerischen Lotterie-Verwaltung gab es dafür einen Scheck in Höhe von 700 Euro. Der Verlierer musste sich mit 250 Euro zufrieden geben. Landrat Michael Busch, selbst Aufsichtsrat beim SC Sylvia Ebersdorf, lobte während der Siegerehrung die jederzeit faire Spielweise aller vier Finalisten und war als Sylvia-Mitglied natürlich besonders stolz, als er gemeinsam mit Kreisspielleiter Egon Grünbeck den Siegerpokal an "seine" Ebersdorfer Jungs übergeben durfte.

Teuchert strahlte um die Wette

Und noch einer hatten allen Grund zur Freude und strahlte mit dem Landrat um die Wette: Ebersdorfs Trainer Olaf Teuchert.
Mit einer "taktischen Meisterleistung" hatte der Ex- Coach des FC Coburg großen Anteil am Triumph: "Ich kenne alle Coburger Spieler in- und auswendig. Ich wusste genau, wie die hier spielen werden. Wir haben die Coburger Spielweise im Abschlusstraining exakt so trainiert, und ich habe meine Spieler genau darauf eingestellt. Mein Plan ging voll auf."

SC Sylvia Ebersdorf gegen
FC Coburg 2:1 (0:1)

Die Partie nahm zu Beginn den erwarteten Verlauf. Die Gäste hatten viel Ballbesitz und drängten die Ebersdorfer weit in ihre Hälfte, ohne vorerst jedoch zwingende Chancen zu erspielen. Das änderte sich allerdings Mitte der ersten Hälfte, denn Sertan Sener - mustergültig von Sascha Reußenzehn freigespielt - verpasste gleich drei gute Chancen. Ebersdorfs Keeper Patrick Wyzgol war stets auf dem Posten und hatte auch bei zwei etwas zu hoch angesetzten Kopfbällen des aufgerückten Coburger Innenverteidigers Christian Beetz das notwendige Quäntchen Glück.
Die Sylvianer konnten sich mit gelegentlichen Kontern zwar immer wieder aus der Umklammerung lösen, zu Einschussmöglichkeiten kamen sie vor dem Wechsel jedoch nicht.
Spannender und torreicher verlief die Partie dann nach dem Wechsel. Den Gästen war anzumerken, dass sie eine schnelle Entscheidung herbeiführen wollten, und folgerichtig gingen sie nach einem schönen Spielzug über Heinze und Schiebel in Führung. Letzterer bediente mit einem Außenrist-Pass den mitgelaufenen Sener am langen Pfosten, der diesmal konzentriert einlochte (51.).
Danach hatten die Ebersdorfer Glück, dass Reußenzehn allein auf Wyzgol zueilend drüberschoss (58.) und Schiebel sowie Sener ihre Großchancen aus Nahdistanz nicht im Tor unterbrachten (60., 67.).
Diese fahrlässige Chancenauswertung sollte sich rächen, denn ab jetzt begann die stärkste Phase der Gastgeber. Plötzlich bestimmten sie das Spiel, und Coburg wollte nur noch verwalten.
Die Leistungssteigerung des Außenseiters wurde belohnt, denn einen lang gezogenen Freistoß von Markus Reißenweber köpfte sein Innenverteidiger-Partner Jonny Belanger am langen Pfosten aus drei Metern über die Linie. Coburgs A-Jugend-Keeper Andre Greiner machte dabei keine glückliche Figur.
Und es kam noch besser für die Gastgeber, die jetzt auch ihre zahlreichen Fans im Rücken hatten. Einen tollen Angriff über die rechte Außenbahn vergoldete Paul Lischka mit dem Siegtreffer. Er ließ mit seinem Flachschuss dem Keeper keine Abwehrchance. Der Jubel im Lager der "Schwarz-Weißen" kannte danach keine Grenzen.
In der Schlussphase versuchten die Gäste dann noch einmal alles und erzielten in der Nachspielzeit auch tatsächlich noch einen Treffer durch Michael Jocher, doch der gute Schiedsrichter Denzlein aus Hochstadt entschied auf ein Stürmerfoul von Daniel Kimmel, der nach einem Zusammenprall mit Sylvia-Keeper Wyzgol benommen liegen blieb und später mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht werden musste.
Einen schweren Kopf haben danach sicher auch so manche Spieler der Ebersdorfer zurückbehalten, denn der am Ende doch überraschende Pokalsieg wurde bis spät in die Nacht feuchtfröhlich gefeiert.